Yakuza Graveyard zählt zu den typischen Yakuzafilmen seiner Zeit. Kinji Fukasakus wilde Regie und die Mischung aus Gewalt und Coolness inspirierten zahllose nachfolgende Regisseure wie Takeshi Kitano oder Quentin Tarantino, der Fukasaku den Japan-Cut von Kill Bill Vol. 1 widmete.

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Filmkritik:

Heutzutage eher wegen seiner Manga-Adaption Battle Royale aus dem Jahr 2000 bekannt, erlangte Kinji Fukasaku seine Reputation vor allem durch Yakuzafilme. Seine in den Siebziger Jahren gedrehte fünfteilige Gangsterchronik The Yakuza Papers definierte über Jahre hinweg den Standard des Genres, es folgten mit Graveyard Of Honor und Yakuza Graveyard weitere Werke zu seinem Lieblingssujet.

Letzterer steht archetypisch für das Schaffen des umtriebigen Japaners: Fukasaku sucht stets die Nähe zu seinen Figuren, seine selten stillstehende Handkamera stürzt sich während der Schießereien und Faustkämpfe mitten ins Getümmel und schreckt dabei auch nicht vor abrupten Schwenks und plötzlichen Perspektivwechseln zurück. Mitunter ermüdet die dynamische Kamera unser Auge, doch die mitreißenden Actionszenen entschädigen dafür.

Über allem schwebt eine rotzige Coolness, wie sie später auch Tarantino zu erzeugen suchte. Beide Filmemacher nutzen dabei den Kontrast zwischen deftigem Humor und ungeschönter Gewalt – exemplarisch sei die großartige Eröffnungsszene genannt, in der sich Kuroiwa, Polizist und Anti-Held des Films, zunächst von einigen jungen Yakuza bedrohen lässt und diese anschließend seelenruhig beschattet. Mit einer schönen Sammlung Straftatbestände in petto lässt es Kuroiwa zu einer erneuten Auseinandersetzung kommen und mutiert vom vorgeblichen Schwächling zum japanischen Dirty Harry, der die Jungs knallhart aufmischt und sich auch noch einen Spaß daraus macht.

Auch danach bleibt der harte Cop seiner Linie treu, als er zwischen zwei rivalisierende Verbrecherbanden und die korrupte Polizei gerät. Der Plot zählt allerdings nicht zu Stärken des Films. Zwar wirkt das Geschehen deutlich geordneter als noch in Graveyard Of Honor, das niedrige Tempo schmälert jedoch den Unterhaltungswert. Neben einigen memorablen Szenen wie dem Auftakt bleibt vor allem das wuchtige Finale im Kopf.

Tetsuya Watari spielt den Protagonisten mit enormem Charisma und großer Ambivalenz: jähzornig, spöttisch und brutal, aber auch melancholisch und niedergeschlagen. Eine weitere Bezugsfigur erhält Yakuza Graveyard durch die japanische B-Movie-Königin Meiko Kaji. Die Hauptdarstellerin aus Lady Snowblood wirkt in ihrer Nebenrolle ungewohnt verletzlich und besticht wie gewohnt durch ihre Ausstrahlung.

Yakuza Graveyard glänzt mit Coolness und Fukasakus fesselnder Inszenierung. Liebhaber des Genres kommen trotz der wenig originellen Handlung auf ihre Kosten.

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DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

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Der Kriminalfilm zählt aufgrund unterschiedlichster Ausprägungen zu den breitesten Genres. Die sogenannten Whodunnits beschäftigen sich mit der Täterfindung in einem einzelnen Fall; ebenso zählen die fatalistischen Detektivgeschichten des Film Noir zum Genre. Nicht zu vergessen sind Werke aus der gegensätzlichen Perspektive: Die Heist- und Gangsterfilme machen einen wesentlichen Teil des Krimigenres aus.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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