On Dangerous Ground

Regie: | Jahrzehnt: | Genre: ,
Strömung: |

Filmkritik:

On Dangerous Ground weckt überaus zwiespältige Gefühle, zählt zu den Werken mit dem tragischen Schicksal verschwendeten Potenzials. Was der Film Noir von Nicolas Ray in der ersten Hälfte auffährt, kann mit den Referenzwerken der Strömung mühelos mithalten. Als typischer Noir aus der späten Phase (Erscheinungsjahr: 1952) macht On Dangerous Ground keine Gefangenen und etabliert einen Protagonisten, der in puncto Zynismus und Brutalität zu den bemerkenswertesten seiner Ära zählt und von Robert Ryan fantastisch gespielt wird. Sein Detective agiert derart unmoralisch und nihilistisch, dass er nicht einmal mehr als Anti-Held durchgeht. Damit scheint er perfekt aufgehoben zu sein in der latent bedrohlichen, schmutzigen und düsteren Großstadt, die der Film vortrefflich in Szene setzt. Die tolle Musik von Psycho-Komponist Bernard Herrmann tut ihr Übriges.

Dann gehen die vielen Qualitäten des Films urplötzlich den Bach runter wie die Karriere des Cops, dessen Vorgesetzte ihm einen Mordfall auf dem Land zuteilen. Zusammen mit der Großstadt bleiben auch Flair, Spannung und Stimmung zurück, On Dangerous Ground nimmt das Tempo raus und rückt die Krimi-Aspekte in den Hintergrund, wandelt sich zum Drama und kommt dabei um einige melodramatische Momente und Klischees bei der zweiten, von Ida Lupino gespielten Hauptfigur nicht herum.

Überhaupt wirkt die Chemie zwischen Lupino und Ryan nicht unbedingt stimmig und die mit einigen Allgemeinplätze versehenen Dialoge helfen nicht darüber hinweg. Dass Ryans Figur eine regelrechte Wandlung vom Saulus zum Paulus durchläuft, ohne dass dies in irgendeiner Form erklärt wird oder nachvollzogen werden kann, mutet überdies seltsam an. Spätestens das enttäuschende Finale, das die Produzenten ohne Regisseur Ray nachdrehen ließen, lässt die wuchtige, famose erste Hälfte des Films vergessen und sorgt dafür, dass On Dangerous Ground tragischerweise im unbedeutenden Einerlei zahlloser B-Noirs untergeht.

Handlung:

Der desillusionierte Großstadt-Polizist Jim Wilson wird in seinen Ermittlungsmethoden zusehends gewaltbereiter. Dies bleibt auch im Kreis seiner Vorgesetzten nicht unbemerkt. Um ihn aus der Schusslinie zu nehmen, schicken sie ihn deshalb als Unterstützung für einen Mordfall aufs ruhigere Land. Dort lernt er die blinde Mary Malden kennen, welche an seinem düsteren Weltbild zu rütteln beginnt.

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-16T13:39:11+00:00

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