In Aguirre, der Zorn Gottes arbeiteten Regisseur Werner Herzog und Enfant terrible Klaus Kinski das erste Mal zusammen. Es sollte die erste von fünf Kollaborationen werden. Der Film über eine fehlschlagende Expedition spanischer Konquistadoren lebt von seiner fiebrigen Atmosphäre und den beeindruckenden Aufnahmen des südamerikanischen Dschungels.

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Filmkritik:

Schon in der Vorproduktion wurde Werner Herzog von Termin- und Finanzierungsproblemen zurückgeworfen. Letztlich drehte der Regisseur seinen Film mit einem geringem Budget von 370.000 Dollar, wovon allein ein Drittel für Kinski veranschlagt werden musste. Herzog blieb nichts anderes übrig, als auf Spezialeffekte zu verzichten und sich auf das Nötigste zu besinnen.

Dank des stimmungsvollen Schauplatzes erweist sich die Konzentration auf das Wesentlich als richtig. Aguirre offenbart das Dokumentarfilmtalent Herzogs, der kraftvolle Landschaftsaufnahmen findet. Die visuellen Stärken füllen mühelos die Lücken der rudimentären Handlung. Ähnlich wie später auch bei Fitzcarraldo sorgt das Wissen um die widrigen Drehbedingungen noch für einen zusätzlichen Reiz.

Der schlichten Handlung kommt da nur eine Nebenrolle zu, sie treibt Aguirre nicht voran und sorgt weder für Spannung, noch interessiert sich das Script für die Figurenzeichnung – sämtliche Protagonisten existieren nur in ihrer Physis. Obwohl dies Kinski entgegenkommen müsste, bleibt sein Spiel überraschend wenig expressiv; er kann den Film nicht allein tragen.

Das fiebrige Finale von Aguirre weiß zu überzeugen, davor kann Herzogs Werk jedoch nur mit seiner fatalistischen Dschungelstimmung gefallen und bleibt ansonsten etwas fade.

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DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

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DIE STRÖMUNG

Der Neue Deutsche Film entstand in den Sechziger Jahren und grenzte sich von den damals populären leichten Unterhaltungsfilmen ab. Die Regisseure der Strömung sahen sich als Autorenfilmer und drehten Werke, die sich unabhängig vom Genre mit der Gesellschaft und Politik auseinandersetzen.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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