Fitzcarraldo

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Filmkritik:

Bei Umfragen zu den besten deutschen Werken aller Zeiten taucht Werner Herzogs Fitzcarraldo eigentlich immer auf, denn das Mammutwerk von Werner Herzog beeindruckt allein schon mit seiner kolossalen Produktionsgeschichte, die Dutzende Anekdoten und Unglaublichkeiten bereithält.

Nicht nur die legendären Auseinandersetzungen zwischen Herzog und seinem Hauptdarsteller Klaus Kinski, die widrigen Drehbedingungen und das große finanzielle Risiko, dass der Regisseur einging, sorgen für Ehrfurcht, vor allem zeugt Fitzcarraldo von der irrsinnigen Chuzpe Werner Herzogs, der sein Werk wider den Regeln Hollywoods drehte und es auch der Natur regelrecht abtrotzte, der tatsächlich wie sein Protagonist ein Schiff über einen Berg schleppte.

Herzogs kraftvolle Bilder spiegeln den Aufwand auch wieder, woraus sich eine visuelle Wucht entwickelt, die zu den großen Stärken von Fitzcarraldo zählt. Zudem besitzt der Film mit Klaus Kinski einen Hauptdarsteller, der aus den imposanten Naturbildern noch heraussticht und eine ganz eigene Naturgewalt bildet. Sein enorm charismatischer Auftritt stellt vielleicht die beste Leistung in seiner Karriere dar.

Wie im Flug vergehen die drei Stunden Spielzeit allerdings nicht, denn Fitzcarraldo ist kein Werk mit einem dramaturgisch ausgeklügelten Plot, sondern definiert sich über seine Epik und das Gefühl des Erhabenen, dass die Summe aller Teile im Publikum weckt, wo einzelne Szenen nicht zu fesseln vermögen. Das mag nicht immer befriedigen oder die Länge rechtfertigen, ein sehenswerter Film zum Erleben ist Herzog jedoch gelungen.

Handlung:

Iquitos, Südamerika um die Jahrhundertwende: ein Haufen verrotteter Bretterbuden auf schlammigem Boden, bevölkert von nackten Kindern und Schweinen. Hier träumt Brian Sweeney Fitzgerald, genannt Fitzcarraldo, von großer Oper. Er ist besessen von der Vorstellung, Enrico Caruso inmitten des Amazonas-Urwaldes einmal Verdi zelebrieren zu lassen. Für dieses Projekt muss ein gewaltiger Dampfer über einen Berg geschleppt werden. Mit Hilfe eines Indianerstammes, den der Urwald-Sisyphus zuvor mit der Schallplattenstimme des größten Sängers aller Zeiten betört hat, versucht er das scheinbar Unmögliche.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-16T09:38:51+00:00

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