Begotten

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Begotten eine ungewöhnliche Filmerfahrung zu nennen, wäre noch untertrieben – mit seinem Debütfilm greift E. Elias Merhige sämtliche Konventionen des Kinos an und ist nur jenen Zuschauern zu empfehlen, denen David Lynchs Eraserhead noch zu amüsant und handlungsorientiert erscheint.

Vor allem optisch entfaltet Begotten eine ungeheure Wucht – Frame für Frame bearbeitete Merhige die grobkörnigen Bilder und fügte Kratzer und Schmutz ein, bis die heftig kontrastierten Schwarz-Weiß-Bilder wirken, „als kämen sie direkt aus einer mittelalterlichen Hölle, und wenige Bildfetzen hätten den Weg zu uns überlebt.“, wie es der Autor von mitternachtskino.de einst ausdrückte. Die Optik des Films erdrückt den Zuschauer, lässt ihm keinerlei Rückzugsraum, erschlägt ihn mit purer Anarchie und wird dabei durch ein nervenzerfetzendes Ächzen, Kratzen, Sirren und Sägen auf der Tonspur unterstützt.

Erzählt Begotten eine Geschichte? Ich weiß es nicht. Der stark surreale Inhalt mit seinen wenigen, sehr abstrakten Figuren lässt sich nur schwer deuten, selbst metaphorische Ansätze bleiben vage; eine gesprochene Sprache ist nicht existent, das Geschehen wirkt regelrecht zufällig. Doch angesichts der optischen Grenzüberschreitung, die wohl Merhiges primäres Ziel darstellte, tritt die Handlungsebene ohnehin in den Hintergrund. Die meisten Zuschauer wird Begotten mit seiner Sperrigkeit und den Bildern abstoßen, doch wer im Experimentalfilmsektor bereits Erfahrungen gesammelt hat und diese mochte, wird vielleicht auf seine Kosten kommen.

Handlung:

Eine menschenähnliche Kreatur schlitzt sich den Bauch auf, entfernt seine Eingeweise und stirbt, doch aus den blutigen Überbleibseln entsteht ein neues Geschöpf, das sich selbst befruchtet und danach eine karge Landschaft durchwandert. Sie gebiert einen Sohn und trifft mit diesem auf eine Gruppe Nomaden, die das Duo zunächst verehren, ihre Meinung dann jedoch ändern…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T13:44:51+00:00

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