Stephen Kings ES

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Filmkritik:

Stephen Kings ES zählt zu den bekanntesten und besten Werken des meistverkauften Horrorautors der Literatur und – mit einer rund 1200 Seiten umfassenden deutschen Taschenbuchausgabe – auch zu den umfangreichsten Arbeiten des Amerikaners.

Bevor der Regisseur Andy Muschietti 2017 zwei zusammenhängende Filme in die Kinos bringen durfte, versuchte sich bereits 1990 das amerikanische Fernsehen an dem Stoff und widmete dem Roman immerhin drei Stunden Laufzeit, was es den Produzenten ermöglichte, trotz einiger Kürzungen zumindest den Kern der Vorlage zu bewahren.

Für diese Straffung muss Stephen Kings ES jedoch seine Dramaturgie opfern. Um den vielen ikonografischen Momenten der Romanvorlage gerecht werden zu können, ist das Drehbuch gezwungen, das Böse in irgendeiner Form in beinahe jeder Szene auf die Protagonisten loszulassen – die makabere Atmosphäre von Stephen King verwandelt sich dadurch eher zu einer Geisterbahnfahrt, die verlässlich hinter jeder Kurve eine neue Spukgestalt aus dem Hut zaubert und damit bereits nach der Hälfte der Fahrt recht atemlos und letztlich uninspiriert wirkt, weil die Zwischentöne des Romans fehlen.

Die stimmige musikalische Untermalung sowie der wunderbare Tim Curry als diabolischer Clown Pennywise überzeugen, doch dem TV-Film fehlen sichtlich die finanziellen Mittel, um Kings Stoff zur Gänze auszureizen. Weil die ganz großen Highlights fehlen und auch die Inszenierung von Tommy Lee Wallace schlicht und brav ausfällt, reduzieren sich die Horrorelemente von Stephen Kings ES auf das Märchenhafte, was eine jüngere Zielgruppe anspricht, anstatt Erwachsenen das Fürchten zu lehren.

Dank Kings großartiger Gedankenwelt, den soliden Jungdarstellern und dem gut aufgelegten Tim Curry unterhält Stephen Kings ES auf leidlich solidem Niveau. Der Film erreicht jedoch weder die Qualitäten des Romans, noch kann er mit Atmosphäre, Spannung oder Schauwerten glänzen, weil er als TV-Film über zu geringe Produktionskapazitäten verfügt, was sich auch im zu schlichten Finale bemerkbar macht.

Handlung:

In Derry, Maine, geht es nicht mit rechten Dingen zu. Ständig verschwinden Kinder, so auf der kleine George, Bruder von Bill Denbrough, der nach und nach sechs andere Kinder um sich schart. Sie alle haben Probleme, und so nennen sie sich „Klub der Verlierer“. Nachdem sie sich gegenseitig von ihren verstörenden Erlebnissen erzählt und festgestellt haben, dass ein namenloses Monster alle dreißig Jahre die Kinder von Derry heimsucht, wagen sie den Kampf mit dem uralten Geschöpf… dreißig Jahre später haben sie alle Ereignisse ihrer Kindheit vergessen und sind aus Derry weggezogen. Dann ruft einer von ihnen die anderen an: ES ist zurück! Sie müssen als Erwachsene zu Ende bringen, was sie als Kinder begonnen haben.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-10-02T13:53:05+00:00

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