Casino

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Fünf Jahre nach GoodFellas drehte Michael Scorsese mit Casino erneut einen Film, der sich mit einer spezifischen Episode der jüngeren amerikanischen Geschichte befasst und entwirft eine schillernde Studie des noch „in Mafiabesitz“ befindlichen Las Vegas der späten Sechziger Jahre. Darüber hinaus sinniert Casino jedoch auch über das grundsätzliche Wesen des Kapitalismus und dessen Ökonomie, der sich letztlich selbst die mächtige Mafia beugen muss, weil sie – ironischerweise – nicht ganz so gierig wie die nachrückenden großen Konzerne agiert.

Scorseses Mafia-Las Vegas wird in der ersten Stunde der Spielzeit mit viel Verve und famosem Stilwillen vorgestellt – hier beweist Casino nebenbei auch, dass eine gute Narration nicht zwingend auch einen roten Faden, eine ausformulierte Handlung voraussetzt. Nach der Exposition konzentriert sich das Script gänzlich auf die Charakterzeichnung seiner drei Hauptfiguren, von denen das Duo Robert De Niro und Joe Pesci wie schon in GoodFellas hervorragend harmoniert, während Sharon Stone einen der besten Auftritte ihrer Karriere hinlegt.

Zum Ende des zweiten Drittels hin verliert Casino dann etwas an Schwung, die Beziehungskrise zwischen De Niros und Stones Figur verläuft zu vorhersehbar (wobei es Scorsese sicherlich auch nicht um Überraschungen geht, sondern er neben den harten Dollars eine zweite Währung etabliert und beweist, dass De Niros Ace Rothstein seine funktionierenden Methoden zur Geldgewinnung nicht auf das Gebiet der Liebe ummünzen kann); die tolle Kameraarbeit, die guten Darsteller und die mitreißende Tonalität der Erzählung helfen jedoch über den kleinen Durchhänger hinweg und leiten ein Finale ein, das alle Ebenen des Films geschickt miteinander vereint und im Gedächtnis bleibt.

Handlung:

Las Vegas 1973: Stadt des Glitters und der Träume. Bühne für Millionäre, Politiker und glamouröse Showgirls. Die Heimat für Scharlatane, Spieler und Dealer. In der glanzvollsten Ära von Las Vegas steigt der Profizocker Sam “Ace” Rothstein an die Spitze des Milliarden-Dollar-Imperiums auf. Um das Investment weiter auszubauen, stellen ihm die Drahtzieher seinen besten Freund aus alten Zeiten, den hitzköpfigen Mafiakiller Nicky Santoro, an die Seite. Jetzt dominieren sie gemeinsam Vegas: Ace als eleganter Lenker, Nicky als Mann fürs Grobe – bis die atemberaubende Ginger McKenna auftaucht.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T14:53:18+00:00

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