Fünf Jahre nach GoodFellas drehte Michael Scorsese mit Casino erneut einen Film, der sich mit einer spezifischen Episode der jüngeren amerikanischen Geschichte befasst und entwirft eine schillernde Studie des noch „in Mafiabesitz“ befindlichen Las Vegas der späten Sechziger Jahre. Darüber hinaus sinniert Casino jedoch auch über das grundsätzliche Wesen des Kapitalismus und dessen Ökonomie, der sich letztlich selbst die mächtige Mafia beugen muss, weil sie – ironischerweise – nicht ganz so gierig wie die nachrückenden großen Konzerne agiert.

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Filmkritik:

Scorseses Mafia-Las Vegas wird in der ersten Stunde der Spielzeit mit viel Verve und famosem Stilwillen vorgestellt – hier beweist Casino nebenbei auch, dass eine gute Narration nicht zwingend auch einen roten Faden, eine ausformulierte Handlung voraussetzt. Nach der Exposition konzentriert sich das Script gänzlich auf die Charakterzeichnung seiner drei Hauptfiguren, von denen das Duo Robert De Niro und Joe Pesci wie schon in GoodFellas hervorragend harmoniert, während Sharon Stone einen der besten Auftritte ihrer Karriere hinlegt.

Zum Ende des zweiten Drittels hin verliert Casino dann etwas an Schwung, die Beziehungskrise zwischen De Niros und Stones Figur verläuft zu vorhersehbar (wobei es Scorsese sicherlich auch nicht um Überraschungen geht, sondern er neben den harten Dollars eine zweite Währung etabliert und beweist, dass De Niros Ace Rothstein seine funktionierenden Methoden zur Geldgewinnung nicht auf das Gebiet der Liebe ummünzen kann); die tolle Kameraarbeit, die guten Darsteller und die mitreißende Tonalität der Erzählung helfen jedoch über den kleinen Durchhänger hinweg und leiten ein Finale ein, das alle Ebenen des Films geschickt miteinander vereint und im Gedächtnis bleibt.

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DER REGISSEUR

Martin Scorsese gehört zu den vielen Regietalenten, die das aufblühende New Hollywood-Kino zutage förderte. Immer wieder beschäftigte sich der Regisseur mit Männern, die das Gesetz übertreten und an der Gesellschaft scheitern. Bald 50 Jahre lang blieb Scorsese seinem Sujet treu, schuf viele bedeutende Filme und zählt zu den größten Regisseuren der amerikanischen Kinogeschichte.

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Martin Scorsese gehört zu den vielen Regietalenten, die das aufblühende New Hollywood-Kino zutage förderte. Immer wieder beschäftigte sich der Regisseur mit Männern, die das Gesetz übertreten und an der Gesellschaft scheitern. Bald 50 Jahre lang blieb Scorsese seinem Sujet treu, schuf viele bedeutende Filme und zählt zu den größten Regisseuren der amerikanischen Kinogeschichte.

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DAS GENRE

Der Kriminalfilm zählt aufgrund unterschiedlichster Ausprägungen zu den breitesten Genres. Die sogenannten Whodunnits beschäftigen sich mit der Täterfindung in einem einzelnen Fall; ebenso zählen die fatalistischen Detektivgeschichten des Film Noir zum Genre. Nicht zu vergessen sind Werke aus der gegensätzlichen Perspektive: Die Heist- und Gangsterfilme machen einen wesentlichen Teil des Krimigenres aus.

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Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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