Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe

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Filmkritik:

Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe stellt die erste Regiearbeit von Dario Argento dar und zählt zu den frühen Vertretern des Giallo.

Argento begann als Filmkritiker für eine Tageszeitung und schrieb später auch an einigen Drehbüchern mit; insbesondere dem Italowestern fühlte er sich verbunden und war auch am Script von Sergio Leones Welterfolg Spiel mir das Lied vom Tod beteiligt. Gefördert durch den erfahrenen Horrorfilmer Mario Bava, der selbst die Grundfesten des Giallo etabliert hatte, verantwortete Argento 1970 seinen ersten eigenen Film, für den er das Drehbuch schrieb und Regie führte – der erste Schritt einer Karriere, die dem Horrorgenre im Allgemeinen (Suspiria) und dem Giallo im Speziellen (Tenebre) einige Highlights hinzufügte.

Obwohl der Regisseur Gebrauch von typischen Stilmitteln der Strömung macht – die subjektive Perspektive des Killers; schwarze Handschuhe; ein Rasiermesser; ein finaler Twist der Geschichte – zählt Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe noch nicht zu den effektvollen und blutigen Slashern, wie sie später typisch für den Ruf des Giallo wurden.

Wie so oft bei Argento findet sich ein unschuldiger Ausländer im Zentrum einer Mördergeschichte wieder und macht sich auf die Spur eines Serienkillers, der es gemäß der Tradition des Genres auf junge Frauen abgesehen hat. Für den Anfang begnügte sich Argento damit, einen konventionellem Kriminalfilm, bei dem die Ermittlungsarbeit mehr Raum einnimmt als die Mordszenen, eine besondere Note zu verleihen.

Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe legt wenig Wert auf übermäßige Spannung oder ein hohes Tempo, sondern verschreibt sich ganz seinem Stil. Trotz einiger hübschen Kamerafahrten erweist sich Argentos Debüt vor allem als Film der Dissonanzen. Von Anfang an setzt die so unkonventionelle wie gelungene Musik von Maestro Ennio Morricone Akzente, das Drehbuch addiert eine ganzen Reihe seltsamer Nebenfiguren, die dem nicht unbedingt kohärenten Plot Schwung verleihen sollen. Besonders Mario Adorf als Katzen essender (!) Maler mit Bob Ross-Gedächtnisfrisur bleibt im Gedächtnis, die obskuren Gestalten entführen die Handlung jedoch auch aus dem Bereich der Ernsthaftigkeit.

Die Mischung aus klassischem Krimi und Argentos exzentrischer Handschrift erzeugt insgesamt noch den Eindruck einer unrunden Stilübung. Enttäuschend fällt auch das Finale aus: Weder erweist sich der Twist als effektvoll, noch bietet der Endkampf besonderes Raffinement. Als Einstieg in den Giallo oder das Schaffen von Dario Argento würde ich Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe nicht empfehlen und in beiden Fällen auf Tenebre verweisen; als Ergänzung zu besseren Werken sorgt das Debüt des Italieners immerhin für solide Genrekost.

Handlung:

Ein junger amerikanischer Schriftsteller, Dalmas, der seit Jahren in Rom lebt, wird eines Abends Zeuge eines Überfalls in einer Kunstgallerie. Ein Mann in schwarzem Mantel und schwarzen Handschuhen droht, eine junge Frau umzubringen. Die Polizei verhört Dalmas und nimmt ihm seinen Pass ab, um ihm die Rückreise nach Amerika unmöglich zu machen. Er ist gezwungen, an der Aufklärung des geheimnisvollen Falles mitzuarbeiten, dies umso mehr, als weiter mysteriöse Morde geschehen, denen immer junge, hübsche Frauen zum Opfer fallen…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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