Der melodramatische Historienfilm Das Höllentor gewann zahlreiche Preise, schildert die unglückliche Liebe eines Samurai und beeindruckt dabei vor allem durch seine farbenprächtige Optik.

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Filmkritik:

Das Höllentor zählt zu den ersten japanischen Werken, die auch im Westen auf Resonanz stießen: Kinugasas Werk gewann nicht nur 1954 bei den Filmfestspielen von Cannes, sondern auch zwei Oscars. Der Erfolg war vom Studio Daiei geplant: Nachdem schon Akira Kurosawas Rashomon und Kenji Mizoguchis Ugetsu sich einen Namen machen konnten, schoss das Studio bewusst einen technisch eindrucksvollen Farbfilm nach westlichen Standards hinterher.

Das Höllentor mag nicht der erste Farbfilm des japanischen Kinos sein, unter den frühen farbigen Vertretern ist er jedoch der eindrucksvollste. Da die technischen Verfahren noch in den Kinderschuhen steckten, schickte das Produktionsstudio Daiei eine Delegation in die Vereinigten Staaten zu Warner Brothers, um dort das passende Filmmaterial zu finden und dessen Verwendung zu lernen.

Zurück in Japan, gelang der Crew ein imposantes Werk. Die Kamera schwelgt regelrecht in den expressiv ausgestalteten Kulissen und Kostüme. Der Farbrausch geht einher mit der überbordenden Hingabe des Protagonisten, der sich unsterblich in eine bereits verheiratete Frau verliebt. Sein Liebesleid lässt den Samurai Moritō immer wahnhafter und selbstzerstörerischer werden und nimmt einen Großteil der Handlung ein. Nach westlichen Standards wirken die stetigen Verzweiflungsausbrüche des Protagonisten redundant, Moritōs Gefühlswelt verkommt dadurch zur flachen Behauptung.

Sein dramatisches Potenzial vermag Das Höllentor nicht zu entfalten, doch die farbenprächtige visuelle Ebene und das tragische Finale bleiben in Erinnerung.

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DIE ÄRA

In den Fünfziger Jahren befanden sich die weltweiten Studiosysteme auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft. In den Vereinigten Staaten, Japan und Frankreich versammelten die Studios eine ungeheure Menge an Talent und veröffentlichten dank des geballten Produktionsniveaus zahllose Meisterwerke. Einen gewichtigen Anteil daran ist auch den Regisseuren zuzuschreiben, die sich innerhalb des Systems Freiheiten erkämpften und so ihr Potenzial ausspielen konnten.

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Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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