Das Höllentor

Regie: | Jahrzehnt: | Genre: ,


Filmkritik:

Mit Das Höllentor inszenierte Teinosuke Kinugasa einen melodramatischen Historienfilm, der insbesondere von seiner Optik lebt. Der Film setzt auf enorm farbenprächtige Kostüme und Kulissen und sorgt damit für eine imposante und expressive visuelle Ausgestaltung, die mit der überbordenden Hingabe des Protagonisten an seine Auserwählte einhergeht.

Wobei die Illustration von dessen selbstzerstörerischer, wahnhafter Hingabe allerdings einen Großteil der Handlung ausmacht – das ist zuviel des Guten, da das Drehbuch das Liebesleid von Moritoh zu wenig variiert – nach diversen redundanten Verzweiflungsausbrüchen wirkt seine Gefühlswelt leider nur noch flach und melodramatisch.

Schauspielerisch löst Hauptdarsteller Kazuo Hasegawa das zwar sehr gut, doch generiert Das Höllentor zu wenig Spannung und läuft mit seiner lediglich behaupteten, aber zu wenig nachfühlbaren Dramatik am Zuschauer vorbei, ohne sich dramaturgisch steigern zu können.

Handlung:

Das feudale Japan im 12. Jahrhundert: In und um Kyoto kommt es zum Aufstand gegen den herrschenden Fürsten, doch dessen Samurai können die Revolte in blutigen Kämpfen niederschlagen. Zum Dank für Treue und Kriegsgeschick gewährt der Fürst seinen Offizieren und Hauptmännern Geschenke. Als der Samurai Moritoh einen Wunsch äußern darf, trifft dieser eine ungewöhnliche Wahl: Er bittet seinen Fürsten, für ihn die Hochzeit mit der schönen Kesa zu arrangieren. Moritoh hatte Kesa währen des Aufstands beschützt und sich in sie verliebt – der Fürst willigt ein, doch schnell stellt sich heraus: Kesa ist bereits glücklich verheiratet. Liebeskrank setzt Moritoh alles daran, Kesa doch noch für sich zu gewinnen – notfalls mit Gewalt…

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2 Comments

  1. coolray 7. Juni 2017 at 17:13 - Reply

    Ich habe immer das Gefühl das alle westlichen Filmkritik Autoren einen Fehler machen. Vielleicht geschieht das unbewußt, aber es geschieht. Auch hier habe ich das Gefühl, das man einem asiatischen Film seine eigene westliche Sichtweise überstülpt. Wir monieren fehlende Dramatik, und bedenken nicht, das unser Verständnis von Dramatik nichts mit der Sichtweise zu tun hat, die asiatische (japanische) Regisseure haben. Vor allem in den Jahren als dieser Film gedreht wurde, waren viele Regisseure noch tief verwurzelt im traditionellen japanischen Theater.

    • Tom 12. Juni 2017 at 20:57 - Reply

      Da hast du vollkommen recht, natürlich kann jeder Zuschauer immer nur mit seinem eigenen, subjektiv geprägten Verständnis an einen Film herangehen.

      Meines ist ganz klar westlich geprägt und damit sicherlich nicht optimal für ein asiatisches Werk. Leider lässt sich eine derartige kulturelle Prägung kaum von selbst ändern; man kann nur versuchen, offen an einen Film heranzugehen.

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