Unaufgeregt und mit hoher Detaildichte schildert der Film des österreichischen Ex-Hollywood-Regieroutiniers Fred Zinnemann den Wettlauf zwischen einem perfektionistischen Auftragskiller, der ein Attentat auf Frankreichs Präsidenten De Gaulle plant, und des staatlichen Ermittlungsapparates, der ihm auf den Fersen ist. Geschickt konzentriert sich Der Schakal auf die ausgedehnten Planungen und Abläufe, verweist immer wieder auf die diversen Fallstricke des indirekten Katz-und-Maus-Spiels zwischen den beiden Parteien und sorgt damit zwar aufgrund des niedrigen Tempos nicht für atemraubenden Nervenkitzel, aber aufgrund des hohen Suspense-Faktors für eine nie nachlassende Spannungskurve.
Überzeugen können auch die guten Darsteller, von denen Edward Fox als eiskalter Killer, Michael Lonsdale als gewissenhafter Ermittler und die wunderbare Delphine Seyrig in einer Nebenrolle herauszuheben sind.
Im Finale fährt Der Schakal noch ein tolles Highlight auf: Während der vor dem Zuschauer verborgene Schakal während einer großen Parade dem Präsidenten auflauert und die Ermittler fieberhaft nach möglichen Hinterhaltsmöglichkeiten und dem Killer suchen, traut sich Regisseur Zinnemann, den Höhepunkt des Films über acht wortlose Minuten aufzubauen.
Nur das Schreien der anonymen Menge sowie etwas Musik der Militärkapelle sind zu hören, nur der überall im Hintergrund herumfragende Michael Lonsdale als Chefermittler ist zu sehen. Hier baut Zinnemanns Werk dann auch erstmals größere Spannung auf, bevor der Film dann erwartungsgemäß unspektakulär sein Ende findet.
Der Schakal gilt zu Recht als Klassiker des europäischen Thrillerkinos – zurückhaltend, durchgängig auf hohem Spannungsniveau, gut.