Der Schakal (1973)

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Nur zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Frederick Forsyths Erfolgsroman erschien mit Der Schakal bereits die erste Verfilmung und hält sich inhaltlich wie stilistisch eng an die Vorlage, setzt auf den Reiz von Realismus statt auf Effekthascherei und zählt damit zu den typischen Vertretern der europäischen Thriller-Tradition.

Unaufgeregt und mit hoher Detaildichte schildert der Film des österreichischen Ex-Hollywood-Regieroutiniers Fred Zinnemann den Wettlauf zwischen einem perfektionistischen Auftragskiller, der ein Attentat auf Frankreichs Präsidenten De Gaulle plant, und des staatlichen Ermittlungsapparates, der ihm auf den Fersen ist. Geschickt konzentriert sich Der Schakal auf die ausgedehnten Planungen und Abläufe, verweist immer wieder auf die diversen Fallstricke des indirekten Katz-und-Maus-Spiels zwischen den beiden Parteien und sorgt damit zwar aufgrund des niedrigen Tempos nicht für atemraubenden Nervenkitzel, aber aufgrund des hohen Suspense-Faktors für eine nie nachlassende Spannungskurve.

Überzeugen können auch die guten Darsteller, von denen Edward Fox als eiskalter Killer, Michael Lonsdale als gewissenhafter Ermittler und die wunderbare Delphine Seyrig in einer Nebenrolle herauszuheben sind.

Im Finale fährt Der Schakal noch ein tolles Highlight auf: Während der vor dem Zuschauer verborgene Schakal während einer großen Parade dem Präsidenten auflauert und die Ermittler fieberhaft nach möglichen Hinterhaltsmöglichkeiten und dem Killer suchen, traut sich Regisseur Zinnemann, den Höhepunkt des Films über acht wortlose Minuten aufzubauen. Nur das Schreien der anonymen Menge sowie etwas Musik der Militärkapelle sind zu hören, nur der überall im Hintergrund herumfragende Michael Lonsdale als Chefermittler ist zu sehen. Hier baut Zinnemanns Werk dann auch erstmals größere Spannung auf, bevor der Film dann erwartungsgemäß unspektakulär sein Ende findet.

Der Schakal gilt zu Recht als Klassiker des europäischen Thrillerkinos – zurückhaltend, durchgängig auf hohem Spannungsniveau, gut.

Handlung:

Der französische Staatspräsident soll ermordet werden. Für dieses Attentat wird der „Schakal“ – ein Killer aus London – engagiert, der sich seit Jahren als eiskalter Profi einen Namen auf dem Markt gemacht hat. Gegen ein unglaubliches Honorar willigt der Killer in den Auftrag ein und verschwindet im Pariser Untergrund. Von hier und aus anderen Ecken Europas bereitet er mit allen Mitteln das geplante Attentat vor, das am Jahrestag der Französischen Revolution stattfinden soll. Womit er nicht gerechnet hat: Claude Lebel, der beste Detektiv Frankreichs, ist dank einer kleinen Unaufmerksamkeit auf seiner Spur und versucht ihn mit aller Macht an der Ausführung des politischen Mordes zu hindern…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T17:32:21+00:00

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