Mit Für ein paar Dollar mehr setzte Sergio Leone seine Dollar-Trilogie fort und steigerte das Niveau sogar noch. Im Gegensatz zum Vorgänger erhielt Leone ein deutlich größeres Budget und konnte damit nun endlich einen US-Star besetzen. Die (zweite) Wahl fiel auf Lee van Cleef, der sich zu den beiden Hauptdarstellern des Vorgängers, Clint Eastwood und Gian Maria Volonté, gesellt.

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Filmkritik:

Wo in Für eine Handvoll Dollar die aus Yojimbo adaptierte Story den Kern darstellte und alles andere drum herum gebaut wurde, rückt Für ein paar Dollar mehr nun mehr die „eigenen“ Stärken in den Vordergrund. Leone verabschiedet sich noch konsequenter von Inhalten und kultiviert stattdessen die Form, vertraut auf seine unnachahmliche Inszenierung, die er deutlich selbstbewusster einsetzt: Die Länge der Szenen nimmt kontinuierlich zu, ebenso die Anzahl der Close Ups.

Wo Für eine Handvoll Dollar noch ein Film der Revolver war, reichen den Nachfolger bereits Gesten und Blicke, mit denen die Auseinandersetzungen beinahe schon vor dem Schusswechsel gewonnen werden; das Pistolenduell gerät zur obligatorischen Formalität, während die Stille vor den Schüssen soweit wie möglich ausgedehnt wird.

Mehr Raum bekommen auch die Protagonisten, wie schon die ausführliche Exposition deutlich macht: Erst nach zwanzig Minuten beginnt der Film mit dem Aufbau der Geschichte, zuvor führt das Drehbuch mit zwei launigen Szenen die charismatischen Figuren von Eastwood und van Cleef ein. Mehr Schauwerte bietet Für ein paar Dollar mehr auch, da der Handlungsort regelmäßig wechselt. Die belebte Stadt Santa Fé und das komplett weiße Kalksteinbergdorf des Finales liefern stimmungsvolle Kulissen.

Spätestens das Finale belegt die große Meisterschaft von Sergio Leone und führt sämtliche Zutaten des Films zusammen. Über das musikalische Hauptthema einer Spieluhrmelodie löst der Regisseur die Bedeutung einiger Rückblenden auf, erklärt das psychopathische Wesen von Volontés Bösewicht, schafft einen fast schon shakespeareschen emotionalen Kern und lässt die Melodie als Countdown für das letzte Duell des Films fungieren. Kamera und Schnitt akzentuieren das Geschehen perfekt und sorgen für Hochspannung.

Für ein paar Dollar mehr ist der rundeste Film der Dollar-Trilogie und der beste.

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DER REGISSEUR

Sergio Leone widmete den Großteil seiner Karriere dem Western und sorgte in den Sechziger Jahren für einen Paukenschlag. Mit seiner Dollar-Trilogie entwickelte der Regisseur den Italowestern. Diese rauen, unmoralischen Werke revolutionierten das Genre und sorgten für zahllose Epigonen. An Leone brillante Inszenierungen reichte jedoch kein Nachfolger heran – durch seinen ausladenden Stil definierte der Italiener den Begriff „Pferdeoper“.

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DER REGISSEUR

Sergio Leone widmete den Großteil seiner Karriere dem Western und sorgte in den Sechziger Jahren für einen Paukenschlag. Mit seiner Dollar-Trilogie entwickelte der Regisseur den Italowestern. Diese rauen, unmoralischen Werke revolutionierten das Genre und sorgten für zahllose Epigonen. An Leone brillante Inszenierungen reichte jedoch kein Nachfolger heran – durch seinen ausladenden Stil definierte der Italiener den Begriff „Pferdeoper“.

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DAS GENRE

Der Western erreicht seine größte Popularität in den Fünfziger Jahren. Der Hang zum Reaktionären ließ das Genre dann zunehmend in eine Krise schlittern, bevor der Italowestern das Genre Mitte der Sechziger zur neuen Blüte trieb. Das gesellschaftskritische New Hollywood-Kino dekonstruierte den Western weiter. Heutzutage findet das Western-Setting sowohl für blutige Genrefilme als auch für Kunstfilme Verwendung.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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