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Jagdszenen aus Niederbayern

Ein Film von 
Genre: Drama | Erscheinungsjahr: 1969 | Jahrzehnt: 1960 - 1969 | Produktionsland: Deutschland
Mit Jagdszenen aus Niederbayern beging Regisseur Peter Fleischmann sein Spielfilmdebüt und offenbarte schon zu Beginn seiner Karriere ein Gespür für gesellschaftliche Themen. Die Theaterverfilmung entfachte heftige Kontroversen und betrachtet das vermeintlich idyllische Leben in einem bayerischen Dorf, um dessen Bewohner als bigotte Kleinbürger zu entlarven.
Genre: Drama
Erscheinungsjahr: 1969
Jahrzehnt: 1960 - 1969
Produktionsland: Deutschland
Mit Jagdszenen aus Niederbayern beging Regisseur Peter Fleischmann sein Spielfilmdebüt und offenbarte schon zu Beginn seiner Karriere ein Gespür für gesellschaftliche Themen. Die Theaterverfilmung entfachte heftige Kontroversen und betrachtet das vermeintlich idyllische Leben in einem bayerischen Dorf, um dessen Bewohner als bigotte Kleinbürger zu entlarven.

Filmkritik

Zu Beginn wirkt der Ort der Handlung noch recht beschaulich. Zwischen Kirche und Schankhaus, Feldarbeit und Tierhaltung funktioniert die Dorfgemeinschaft als Kollektiv – jeder kennt jeden, alle halten zusammen. Doch als der junge Abram aus der Stadt zurückkommt, gerät die Dorfwelt aus den Fugen. Weil er im Gefängnis gewesen sein soll und als „warmer Bruder“ verschrieen wird, stempeln ihn die Bewohner des Örtchens zum Außenseiter ab und treiben ihn mit offenen Anfeindungen in die Enge.

Fleischmanns Werk gleicht einem pervertierten Heimatfilm. Dabei entpuppt sich das urige Idyll eines bayerischen Dorfes als Biotop kleingeistiger Ressentiments, die sich gegen jeden richten, der nicht den erzkonservativen Normen entspricht – wer homosexuell, Ausländer oder behindert ist, gilt als Mensch zweiter Klasse. Gleichzeitig stellt Fleischmann die Doppelmoral der Dorfbewohner heraus. Sein Film steht damit in einer Reihe mit Rainer Werner Fassbinders Katzelmacher und Michael Hanekes Das weiße Band.

Obwohl Jagdszenen aus Niederbayern über weite Strecken Szenen aus dem Alltag des Dorflebens zeigt, erzeugt Fleischmanns Werk eine subtile Spannung. Von Beginn an liegt eine latente Rohheit in der Luft, die der Film stetig aufrecht hält. Wie die Schweine in der örtlichen Mastanlage tummeln sich auch die Dorfbewohner in einer Gemeinschaft, in der sich trotz ständigen Beisammenseins jeder selbst der Nächste ist.

Die pessimistische Stimmung lässt die zunehmende Eskalation als folgerichtig erscheinen, doch zum plumpen Moralstück verkommt Fleischmanns Arbeit dennoch nicht. Die spröde Schönheit der Schwarz-Weiß-Bilder und die bayerische Mundart sorgen für Authentizität und die natürlich wirkenden Darsteller verleihen ihren Figuren Ecken und Kanten.

Obwohl der Titel anderes suggeriert, ist Jagdszenen aus Niederbayern kein Werk großer Spannung. Fleischmanns sicherer Blick für die Bigotterie der Kleinbürger hat jedoch auch nach mehreren Jahrzehnten nichts von seiner entlarvenden Schärfe verloren.

★★★★☆☆

Drama

Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

Filmszene aus Die Nacht

1960 - 1969

Die Sechziger Jahre zählen zu den revolutionärsten Jahrzehnten der Kinogeschichte. Mehrere Strömungen – die neuen Wellen – verschoben künstlerische Grenzen und modernisierten die Filmsprache. Viele Regisseure ließen die themen der vorherigen Generationen hinter sich und drehten freiere, gesellschaftskritischere Werke.

Filmszene aus Onibaba

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Foto Tom Schünemann

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.
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