Jagdszenen aus Niederbayern

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Dank seiner hintergründigen Filme zählt Peter Fleischmann zu den interessantesten deutschen Regisseuren seiner Zeit und gewann diesen Status bereits mit seinem Langfilmdebüt Jagdszenen aus Niederbayern, das einige Kontroversität entfachte. Hier bedient sich Fleischmann geschickt am Klischee des deutschen Heimatfilms, den er richtiggehend pervertiert und die dunklen Seiten des vermeintlich beschaulichen Dorflebens herauskehrt: Das bayrische Hinterland entpuppt sich als bigotte Welt aus Vorurteilen und Doppelmoral, wo jeder, der nicht erzkonservativen Idealen entspricht, ausgegrenzt und angefeindet wird.

Jagdszenen aus Niederbayern setzt von Anfang an auf das Heraufbeschwören von latenter Gefahr und generiert darüber einiges Suspense. Dabei zielt Fleischmann allerdings nicht auf einen ausformulierten Plot ab, hier durchschaut das Publikum das Treiben schnell und sieht das Finale noch in der ersten Hälfte des Films kommen.

Aufgrund der Tatsache, dass Jagdszenen aus Niederbayern nicht auf Spannung abzielt und die Inszenierung recht nüchtern und kühl beobachtend ist, sowie wegen der spröden Bildgestaltung bleiben die dramatischen Aspekte des Films deutlich hinter den bitter-satirischen zurück. Jagdszenen aus Niederbayern entfaltet daher keine große emotionale Wirkung, sondern bleibt ein Film für den Kopf. Zumindest hat das Sujet des Films überhaupt nicht an Aktualität eingebüßt.

Handlung:

Die heile Welt im bayrischen Unholzing ist recht rustikal: Es wird getrunken, geschlachtet und besamt. Vor allem aber herrscht ein unterschwelliges Klima der Intoleranz und Härte gegenüber allen Außenseitern, sei es die Dorfhure, der Gastarbeiter oder Ernst, der geistig zurückgebliebene Sohn der verwitweten Maria. Den schwersten Stand hat jedoch der junge Mechaniker Abram. Getuschelt und gelästert wird über den warmen Bruder, der vergebens versucht, Hohn und Spott zu überhören. Bald schlagen die Vorurteile in blanken Hass um und die geifernde Meute formiert sich zu einer makabren Menschenjagd…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-16T10:59:38+00:00

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