Laura stellt das Meisterstück von Regisseur Otto Preminger dar und ist ein ungewöhnlicher Film Noir: Zwar bietet Premingers Werk einige sehenswerte Bildkompositionen, konzentriert sich jedoch längst nicht so stark wie andere Vertreter des Film Noir auf eine düstere Optik und nutzt eine klassische High-Key-Beleuchtung.

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Filmkritik:

Stattdessen fällt Laura überraschend unterhaltsam und amüsant aus, breitet seine Konstellation aus einander nicht unbedingt freundlich gesonnenen Figuren genüsslich vor dem Zuschauer aus und glänzt mit vielen herrlich bissigen, gerne auch mal sarkastischen Dialogen und Kommentaren, mit denen diese sich gegenseitig bedenken. Die wunderbaren Darsteller tragen großen Anteil an dem hohen Unterhaltungsgrad – vor allem Clifton Webb glänzt mit einem wunderbaren Snobismus.

Trotz der schmissigen Dialoge treten die Krimiaspekte nicht in den Hintergrund, denn Premingers clevere Inszenierung rückt Laura stets in das Zentrum des Films und drapiert die noch lebenden Figuren lediglich um sie herum. Ahnlich wie in Hitchcocks Rebecca erscheint die Tote durchgehend präsent: Ein Porträt von Laura beherrscht ihre Wohnung, jeder Dialog kreist um sie, die Männer begehren, die Frauen bewundern sie. Der Zuschauer kann gar nicht anders, als sich ebenfalls ein Bild von ihr zu machen.

Zum Ende hin baut sich dann auch immer deutlicher eine ansteigende Spannungskurve auf, die im Finale einlöst, was sie verspricht und Laura wunderbar abrundet. Dabei überdeckt der Film auch die Anachronismen (als Beispiel sei hier die seltsame Perspektive des Voice-Over-Erzählers genannt) und stellt letztlich vielleicht den spaßigsten Noir der Kinogeschichte dar.

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DIE ÄRA

Die Vierziger Jahre wurden durch den Zweiten Weltkrieg geprägt. Die pessimistische Weltlage schwappte in die Filmwelt über und sorgte für einen ernsteren Tonfall und düstere Bilder. Gleich zwei Strömungen von Weltruf entstanden in diesem Jahrzehnt: Der Film Noir mit seinen harten Genrefilmen und der Italienische Neorealismus mit seinem Pessimismus.

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DIE STRÖMUNG

Rund zwanzig Jahre lang bereicherte Hollywood die Kinos mit düster gestalteten Kriminalfilmen. Deren heruntergekommende Detektive und abgebrühte Femme Fatales gingen ebenso in die Popkultur ein wie ihr pessimistischer Tonfall. Damit zählt die Schwarze Serie auch abseits seiner zahllosen Klassiker zu den einflussreichsten Strömungen der Filmgeschichte.

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ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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