Nichts ist normal in Die Weibchen, einer internationalen Koproduktion mit überwiegend deutscher Beteiligung, die jüngst in einer schönen Edition bei Bildstörung erschienen ist und von der irrwitzig delirierenden Regie des Tschechen Zbynek Brynych geprägt wird. Zusammen mit der hyperaktiven Kamera von Charly Steinberger entwirft der Regisseur eine seltsame Welt, in der sich Protagonistin und Publikum regelrecht verlieren.

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Filmkritik:

Bad Marein heißt der Ort, wird beinahe ausnahmslos von Frauen bevölkert und beherbergt die Kurklinik einer ominösen Ärztin und zahlreiche überreizte Patientinnen. Zu der übermäßig funkigen Musik von Peter Thomas lernen wir Ort und Bewohnerinnen durch die Augen der von der jungen Uschi Glas gespielten Hauptfigur kennen und merken schon durch die seltsame Fischaugenkamera zu Beginn, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht – alles, insbesondere die Frauen, wirkt latent bedrohlich.

Schnell erweist sich Die Weibchen dann auch als Zeitgeistfilm unter dem Einfluss des mehrmals gezeigten männerfeindlichen S.C.U.M.-Manifestes der späteren Warhol-Attentäterin Valerie Solanas, wenn Uschi Glas‘ Eve hinter die männermörderischen Absichten der Frauen kommt, die in einer denkwürdigen Szene nahezu ekstatisch ihre BHs verbrennen und geloben, sich von der Männerherrschaft zu befreien.

Ist Die Weibchen also ein feministischer Film? Angesichts des Spaßes, den er am Ausstellen der nackten Frauen hat, ist das zu verneinen, zumal die Damen der Schöpfung allesamt reichlich fragil dargestellt werden. Die wenigen Männer machen allerdings ebenfalls keinen positiven Eindruck, sondern benehmen sich reichlich triebgesteuert und begriffsstutzig, sodass die Figurenkonstellation in seiner Gesamtheit letztlich die Nähe zum Exploitationkino verrät und mehr dazu dient, einen launigen Plot aufzubauen, als Inhalte zu vermitteln.

Drehbuchautor Manfred Purzer, der seinen Namen aus den Credits streichen ließ, findet dann auch nur selten stimmige Dialoge, aber einige nette Bonmots. So verwickelt das Script Eve in eine Verfolgungsjagd mit dem so tumben wie entstellten Gärtner Adam, was nicht nur wie aus einem bösen Märchen anmutet, sondern auch als alternative Geschichtsschreibung der biblischen Schöpfungsgeschichte gelesen werden kann.

Die Mischung aus absurdem Lustspiel, freud’schem Krimi und hemmungslos überspitzter Gesellschaftsparabel erweist sich aufgrund der kargen Figurenzeichnung und der fehlenden Spannung nicht durchgängig als unterhaltsam, dennoch hebt sich Die Weibchen aufgrund der kreativen Inszenierung Brynychs und der wahnwitzigen Kameraarbeit Steinbergers positiv von anderen B-Movies seiner Zeit ab und besitzt in Uschi Glas eine gute Hauptdarstellerin, die den gestalterischen Irrsinn erdet.

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DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

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Der Kriminalfilm zählt aufgrund unterschiedlichster Ausprägungen zu den breitesten Genres. Die sogenannten Whodunnits beschäftigen sich mit der Täterfindung in einem einzelnen Fall; ebenso zählen die fatalistischen Detektivgeschichten des Film Noir zum Genre. Nicht zu vergessen sind Werke aus der gegensätzlichen Perspektive: Die Heist- und Gangsterfilme machen einen wesentlichen Teil des Krimigenres aus.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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