The Inheritance

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Obwohl The Inheritance inmitten der besten Phase von Masaki Kobayashis langer Karriere entstand, zählt der Film nicht zu den bekanntesten Arbeiten des Regisseurs, sondern wirkt gewissermaßen wie ein Lückenfüller in dessen Filmografie. Drei Jahre lang band sich Kobayashi an ein Mammutprojekt und drehte die epische Barfuß durch die Hölle-Trilogie, kurz darauf inszenierte er mit Harakiri schon das nächste Meisterwerk. Dazwischen entstand ein „kleiner“ Film – The Inheritance.

Wieder einmal greift Kobayashi eines seiner Lieblingsthemen auf und widmet sich erneut einer gesellschaftskritischen Betrachtung. Der japanische Regisseur erzählt von einem im Sterben liegenden Industrietycoon, der über die testamentarische Verteilung seiner Millionen nachsinnt. Ein Leben lang hat er nur gearbeitet und Reichtum angehäuft, ohne zu leben – seine Frau hasst ihn und eine Familie gibt es nicht; drei illegitime, aus Seitensprüngen resultierende Kinder hat er nie gesehen. Was hat dem Unternehmenslenker das viele Geld, für dessen Anhäufung er sein Leben lang gearbeitet hat, also gebracht?

Während der alte Mann sich in seinen letzten Tagen eingestehen muss, sein Leben für blinden Materialismus verschwendet zu haben, lädt er Verwandte und Untergebene zu sich, damit sie ihm die letzte Ehre erweisen. Als ihnen klar wird, dass er noch nicht final über den Empfänger seines Erbes entschieden hat, beginnt unter den vielen Parteien ein Streit um die Millionen. Kobayashi gelingt es hervorragend, die Entwicklung der Figuren zu steigern: Immer berechnender und herzloser agieren die Protagonisten, schrecken selbst vor Intrigen und Erpressungen nicht zurück.

Zum rassigen Kriminalfilm gerät The Inheritance allerdings nicht, sondern konzentriert sich ganz auf den korrumpierenden Effekt der Gier und ist zurückhaltend inszeniert, um uns Zuschauern eine reflektierende Position zu ermöglichen. Trotz des pessimistischen Tonfalls kommt zudem kaum Spannung auf: Da die Welt des Films ausschließlich amoralischen, gierigen Figuren bevölkert wird, fehlt es an Identifikationspotenzial. Wie Kobayashi die Personentableaus räumlich anordnet und sich visuell am Film Noir orientiert, überzeugt hingegen ebenso wie der coole Jazz-Score.

An die Meisterwerke reicht Kobayashis Werk nicht heran, eine schöne Ergänzung in dessen Filmografie bietet The Inheritance jedoch allemal.

Handlung:

Auf seinem Totenbett ruft ein millionenschwerer Geschäftsmann Verwandte und Untergebene zusammen, um über sein Erbe zu entscheiden. Zur Überraschung aller denkt der alte Mann auch darüber nach, seine drei unehelichen Kinder mit einzubeziehen. Unter den möglichen Erben bricht ein erbitterter Streit um die Millionen aus. Einige der Beteiligten schrecken auch vor Drohungen und Erpressung nicht zurück…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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