Im Zeichen des Bösen

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Filmkritik:

Obgleich der radikale Neo-Noir-Vorreiter Rattennest dem klassischen Film Noir den Todesstoß versetzte, gilt Orson Welles‘ erst drei Jahre später veröffentlichtes Werk Im Zeichen des Bösen als letzter Film Noir der klassischen Ära und fährt die Stilmerkmale der Strömung – ähnlich wie Aldrichs Meisterwerk – eine Spur größer als gewöhnlich auf.

Dabei glänzt Welles mit einer enormen Regieleistung und stellt seine überragende Handwerkskunst unter Beweis. Das beginnt schon mit der fantastischen Plansequenz der ersten Minuten und wird durch die famose Perspektivwahl und die überaus ansehnliche Kameraführung untermauert, was in der Summe für eine dichte, pessimistische Stimmung sorgt.

Zwar entwickelt Im Zeichen des Bösen nicht das Tempo und die knackige Geradlinigkeit anderer Vertreter des Film Noir, sondern setzt auf das gegenteilige Konzept und etabliert „Bigger than life“-Figuren, legt diese regelrecht theaterhaft an und punktet mit einer nuancenreichen Charakterzeichnung. Dank der guten Darsteller, insbesondere aufgrund von Welles‘ imposanter Ausstrahlung in seiner Rolle als schmieriger Sheriff, wirkt das Geschehen dennoch nicht unglaubwürdig oder zu überspitzt.

Der nihilistische Fatalismus von Welles‘ Film hinterlässt einen bleibenden Eindruck und hilft über die bisweilen fehlende Situationsspannung vorweg – Im Zeichen des Bösen wirkt wie der dreckige Zwillingsbruder des klassischen Hollywoodkinos und imponiert ungemein, stellt zurecht einen der großen Klassiker der Fünfziger Jahre dar.

Handlung:

An der amerikanisch-mexikanischen Grenze wird ein reicher Bürger mit seiner Freundin im Auto in die Luft gesprengt. Als Zeuge trifft der mexikanische Polizeidetektiv Vargas auf den ermittelnden Sheriff Hank Quinlan, der ihn rassistisch behandelt und Beweise manipuliert. Als Vargas‘ Frau von der Grande-Bande entführt und unter Drogen gesetzt wird, eskalieren die Ereignisse. Quinlan bringt Grande um, Vargas verfolgt ihn und erfährt von Quinlans Partner Menzies die Wahrheit. Quinlan und Menzies erschießen sich gegenseitig.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-16T10:59:17+00:00

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