Dabei glänzt Welles mit einer enormen Regieleistung und stellt seine überragende Handwerkskunst unter Beweis. Das beginnt schon mit der fantastischen Plansequenz der ersten Minuten und wird durch die famose Perspektivwahl und die überaus ansehnliche Kameraführung untermauert, was in der Summe für eine dichte, pessimistische Stimmung sorgt.
Zwar entwickelt Im Zeichen des Bösen nicht das Tempo und die knackige Geradlinigkeit anderer Vertreter des Film Noir, sondern setzt auf das gegenteilige Konzept und etabliert „Bigger than life“-Figuren, legt diese regelrecht theaterhaft an und punktet mit einer nuancenreichen Charakterzeichnung. Dank der guten Darsteller, insbesondere aufgrund von Welles‘ imposanter Ausstrahlung in seiner Rolle als schmieriger Sheriff, wirkt das Geschehen dennoch nicht unglaubwürdig oder zu überspitzt.
Der nihilistische Fatalismus von Welles‘ Film hinterlässt einen bleibenden Eindruck und hilft über die bisweilen fehlende Situationsspannung vorweg – Im Zeichen des Bösen wirkt wie der dreckige Zwillingsbruder des klassischen Hollywoodkinos und imponiert ungemein, stellt zurecht einen der großen Klassiker der Fünfziger Jahre dar.