Obgleich der radikale Neo-Noir-Vorreiter Rattennest dem klassischen Film Noir den Todesstoß versetzte, gilt Orson Welles‘ erst drei Jahre später veröffentlichtes Werk Im Zeichen des Bösen als letzter Film Noir der klassischen Ära und fährt die Stilmerkmale der Strömung – ähnlich wie Aldrichs Meisterwerk – eine Spur größer als gewöhnlich auf.

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Filmkritik:

Dabei glänzt Welles mit einer enormen Regieleistung und stellt seine überragende Handwerkskunst unter Beweis. Das beginnt schon mit der fantastischen Plansequenz der ersten Minuten und wird durch die famose Perspektivwahl und die überaus ansehnliche Kameraführung untermauert, was in der Summe für eine dichte, pessimistische Stimmung sorgt.

Zwar entwickelt Im Zeichen des Bösen nicht das Tempo und die knackige Geradlinigkeit anderer Vertreter des Film Noir, sondern setzt auf das gegenteilige Konzept und etabliert „Bigger than life“-Figuren, legt diese regelrecht theaterhaft an und punktet mit einer nuancenreichen Charakterzeichnung. Dank der guten Darsteller, insbesondere aufgrund von Welles‘ imposanter Ausstrahlung in seiner Rolle als schmieriger Sheriff, wirkt das Geschehen dennoch nicht unglaubwürdig oder zu überspitzt.

Der nihilistische Fatalismus von Welles‘ Film hinterlässt einen bleibenden Eindruck und hilft über die bisweilen fehlende Situationsspannung vorweg – Im Zeichen des Bösen wirkt wie der dreckige Zwillingsbruder des klassischen Hollywoodkinos und imponiert ungemein, stellt zurecht einen der großen Klassiker der Fünfziger Jahre dar.

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DIE ÄRA

In den Fünfziger Jahren befanden sich die weltweiten Studiosysteme auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft. In den Vereinigten Staaten, Japan und Frankreich versammelten die Studios eine ungeheure Menge an Talent und veröffentlichten dank des geballten Produktionsniveaus zahllose Meisterwerke. Einen gewichtigen Anteil daran ist auch den Regisseuren zuzuschreiben, die sich innerhalb des Systems Freiheiten erkämpften und so ihr Potenzial ausspielen konnten.

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DIE ÄRA

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DIE STRÖMUNG

Rund zwanzig Jahre lang bereicherte Hollywood die Kinos mit düster gestalteten Kriminalfilmen. Deren heruntergekommende Detektive und abgebrühte Femme Fatales gingen ebenso in die Popkultur ein wie ihr pessimistischer Tonfall. Damit zählt die Schwarze Serie auch abseits seiner zahllosen Klassiker zu den einflussreichsten Strömungen der Filmgeschichte.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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