Liebe ist kälter als der Tod

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Der Start einer Weltkarriere: 1969 erschien mit Liebe ist kälter als der Tod das erste Werk von Rainer Werner Fassbinder, der sich offen bei seinen Vorbildern bedient, im Kern jedoch bereits skizzenhaft jene Elemente und Motive einbaut, die ihn in den folgenden Jahren zu einem der führenden Autorenfilmer seiner Zeit werden ließen.

Bereits im Vorspann verweist Fassbinder mit einer Widmung auf prägende Einflüsse, um sein Debüt im Folgenden wie die Nouvelle Vague-Variation eines Film Noirs zu inszenieren und dabei vor allem Bezug auf Jean-Pierre Melvilles Der eiskalte Engel und Jean-Luc Godards Die Außenseiterbande zu nehmen. Mit seiner Verantwortung über Regie, Drehbuch und Schnitt sowie als Hauptdarsteller drückte Fassbinder Liebe ist kälter als der Tod seinen Stempel auf. Das schmale Budget ist dem Film zwar in jeder Hinsicht anzusehen und verleiht ihm im negativen Sinne eine karge Theaterhaftigkeit, doch Fassbinders sichere Mise en Scène und einige gelungene inszenatorische Ideen bekunden bereits das Talent des erst 24-jährigen Newcomers.

Auch inhaltlich offenbart Liebe ist kälter als der Tod die Reife seines Urhebers. Vordergründig ein ziemlich schematischer Kriminalfilm, der sich absolut nicht für grundsätzliche Tugenden des Genres interessiert, entpuppt sich das Werk als Abgesang auf kleine Leute, deren Versuch, etwas aus sich zu machen, von vorneherein scheitern muss.

Um über sich hinauswachsen können, schlüpfen sie in Rollen. Fassbinders Figur Franz erinnert szenenweise an den selbstzerstörerischen James Cagney aus Sprung in den Tod oder Den Morgen wirst du nicht erleben, während Ulli Lommels Bruno gänzlich im Habitus von Alain Delon in Der eiskalte Engel aufgeht. Im Verlauf von Liebe ist kälter als der Tod stellt sich jedoch heraus, dass Franz und Bruno ihren Rollen nicht gewachsen sind. Sie bleiben Suchende, die nur die Flucht nach vorne kennen und sich krampfhaft an ihre einige Nummern zu großen Vorbilder klammern.

Während die spröden Bilder von Fassbinders Debütwerk den Fatalismus etwas schmälern, verfügt Liebe ist kälter als der Tod aufgrund seiner rohen Unangepasstheit über einen rotzigen Charme. Noch im selben Jahr entwickelte Fassbinder eine noch ausgeprägtere Handschrift, mit Katzelmacher gelang ihm der endgültige Durchbruch.

Handlung:

Franz ist in die Maschen eines Syndikats geraten. Während man ihn gefangenhält, entwickelt sich zwischen ihm und Bruno, scheinbar ein Mitgefangener, eine Freundschaft. Bruno allerdings ist vom Syndikat beauftragt worden, Franz „arbeitswilliger“ zu machen. Nach seiner Freilassung kehrt Franz zu seiner Freundin Joanna zurück, die als Prostituierte Geld für beide verdient. Bruno besucht ihn und drängt sich zwischen ihn und Joanna…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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