Metropolis

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Filmkritik:

Fritz Langs Metropolis zählt zu den Überwerken der Filmgeschichte. Das deutsche Epos zählt zu den bekanntesten Stummfilmen überhaupt, ist der Urvater aller Blockbuster und wurde als erster Film überhaupt in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Seine visionäre Optik beeinflusst seit mehr als neunzig Jahren Filmemacher aus aller Welt und wurde immer wieder zitiert. Ohne Metropolis würden Star Wars und Blade Runner, aber auch Tim Burtons Batman anders aussehen.

Der enorme Produktionsaufwand trieb die UFA beinahe in den Ruin: Mit Kosten von rund 5 Millionen Reichsmark, was inflationsbereinigt rund 200 Millionen Euro entspricht, geriet Metropolis zum bis dato teuersten Film der deutschen Geschichte. Nicht nur die lange Drehzeit von 310 Tagen (und 60 Nächten), die aufwendigen Bauten und die Stars trieben die Kosten nach oben, auch der Einsatz von angeblich 36.000 Komparsen – zahllose Berliner Arbeitslose wurden verpflichtet – verschlang große finanzielle Mittel.

Trotz namhafter Stars wie Brigitte Helm, Alfred Abel oder des Mabuse-Darstellers Rudolf Klein-Rogge und seiner imposanten Schauwerte floppte Metropolis zunächst an den Kinokassen, was die gebeutelte UFA dazu trieb, den überlangen Film erheblich umzuschneiden. Aufgrund des entflammbaren Materials wurden gekürzte Szenen entsorgt, sodass Langs Urfassung als verschollen gilt. Immerhin konnte 2010 dank eines Fundes in Buenos Aires ein Großteil des Films wiederhergestellt werden.

Dass Metropolis seit 1927 nicht an Reiz verloren hat, gründet auf der revolutionären Technik der Produktion, die epochale Schauwerte aufbietet. Vor allem die Illustration der titelgebenden Großstadt gelingt dank zahlloser Miniaturen hervorragend und lässt die Architektur noch heute futuristisch erscheinen. Die expressiven Kulissen und die phänomenalen Effekte tun ihr Übriges.

Inhaltlich wird Metropolis der technischen Perfektion hingegen nicht gerecht. Das Drehbuch von Fritz Langs Ehefrau Thea von Harbou greift zwar ebenso nach den ganz großen allgemeingültigen Themen, verhebt sich dabei jedoch. Sie schildert einen marxistischen Klassenkampf zwischen dem Proletariat und der Oberschicht, der durchsetzt ist mit religiöser Symbolik: Der Garten Eden, der Turmbau zu Babel, die Hure von Babylon und schließlich der von der predigenden Heldin angekündigte „Mittler zwischen Hirn und Hand“ wirken dick aufgetragen und schwurbelig.

Vor allem eine bedenkliche Entwicklung der Handlung verleiht Metropolis einen faden Beigeschmack. Im reaktionären Finale lässt von Harbou die kompromisshafte Vereinigung der Klassen gelingen, dafür benötigt es jedoch ein Opfer. Die spätere Nationalsozialistin findet dieses in der Person des von Klein-Rogge gespielten Erfinders Rotwang, der nicht nur der (erste?) filmische Archetyp eines mad scientist ist, sondern auch Jude und mutmaßlich Kommunist. Erst als die beiden Klassen in ihm einen gemeinsamen Feind finden, auf den sie ihre Ängste und ihre Wut projizieren können, schließen sich sich zu einer Gemeinschaft der Empörten zusammen. Diese Plotentwicklung mag der Zeit in der Weimarer Republik geschuldet sein, erinnert aber schon deutlich an die Entwicklung vor der Machtergreifung der NSDAP.

Nichtsdestotrotz besitzt die Handlung von Metropolis auch einige Stärken und gefällt immer dann am besten, wenn sie sich nicht auf die großen Gesten, sondern auf die allem zugrunde liegende Familiengeschichte konzentriert und von seinem Generationenkonflikt, dem Erwachsenwerden und der Liebe erzählt.

Im Zusammenspiel mit dem empathischen Auftreten von Gustav Fröhlich (der eigentlich als Statist verpflichtet und dann unverhofft zum Hauptdarsteller befördert wurde), der fantastischen Brigitte Helm in ihrer Mehrfachrolle und der visuellen Opulenz sorgt Fritz Langs Meilenstein noch heute für ein lebendiges Stummfilmerlebnis, wenn auch aufgrund der inhaltlichen Abstriche nicht in der Qualität von Langs überragendem Epos Dr. Mabuse, der Spieler.

Handlung:

Joh Fredersen, ein Großindustrieller, ist Herr über Metropolis, der glitzernden Stadt der Zukunft. Die Reichen vergnügen sich in den Freizeitgärten der Oberstadt, während die Arbeiter in die unterirdische Stadt ein erbärmliches Leben fristen müssen. Freder Fredersen, Sohn des Metropolis-Bosses, trifft eines Tages Maria, eine schöne, junge Frau aus der unterirdischen Stadt. Maria, in die er sich verliebt hat, führt ihn in die Unterwelt. Die Arbeiter wollen nicht mehr länger im Elend leben und so kommt es zum Aufstand …

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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