Total Recall (1990)

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Filmkritik:

Nachdem der niederländische Regisseur Paul Verhoeven 1987 mit RoboCop einen respektablen Hollywooderfolg vorlegte, wurde ihm drei Jahre später der erste große Blockbuster anvertraut: Total Recall erhielt 65 Millionen Dollar Produktionsbudget und konnte mit Arnold Schwarzenegger einen zugkräftigen Star besetzen.

Der Erzählstoff stammt aus der Feder des legendären Science-Fiction-Autors Philip K. Dick, der inzwischen dank Blade Runner, A Scanner Darkly, Minority Report und Paycheck sicherlich zu den meistverfilmten Autoren zählt. Obwohl Dicks Kurzgeschichte mit dem Titel Erinnerungen en gros typische Sujets des Amerikaners behandelt, arbeitet Verhoevens Adaption sich kaum daran ab und schweift Themen wie das Wesen von Identität, die Subjektivität der eigenen Wahrnehmung oder die Gefahr der totalen Globalisierung nur am Rande.

Trotz dieser Reduktion auf wesentliche Handlungselemente ist Total Recall kein konventioneller Blockbuster geworden; Verhoevens Stil schlägt deutlich durch und extrapoliert die Standardmuster des Actionfilms auf das größtmögliche Maß. Der bisweilen derbe Humor bescherte dem Film in Fankreisen einen Kultstatus, zu dem auch die liebevoll gestalteten Sets beitragen. Die Kulissen mögen aus heutiger Sicht nicht mehr ganz zeitgemäß wirken, der futuristische Retro-Chic besitzt jedoch zumindest einigen Charme.

Enttäuschender fallen da schon die schlichten Actionszenen aus, die weder durch besondere Schauwerte glänzen, noch von Verhoeven besonders einfallsreich inszeniert wurden und allenfalls durch einige Brutalität in Erinnerung bleiben. Das degradiert Total Recall über weite Strecken zu einem reinrassigen Starvehikel, doch Arnold Schwarzenegger hält den Film tatsächlich weitestgehend zusammen. Diese Besetzung erweist sich im Nachhinein fast schon als besonderer Clou: Schwarzeneggers alles andere als subtiles Spiel passt perfekt zum so übertriebenen wie ironischen Gestus des Films.

Aufgrund seines Charmes mag Verhoevens dritter Hollywoodfilm bei Genrefans für leichte Unterhaltung sorgen, der das einfallslose Finale keinen Abbruch tut. Im Vergleich zu deutlich besseren Werken wie Basic Instinct oder Starship Troopers stellt Total Recall jedoch eher eine Fußnote im Schaffen des niederländischen Regisseurs dar.

Handlung:

Im Jahr 2084 hat die Menschheit längst andere Planeten erobert, doch der Bauarbeiter Douglas Quaid lebt trotzdem weiter auf der Erde – eine Reise zum Mars kann er sich schlichtweg nicht leisten. Doch dann stößt er auf die Werbung der Firma Recall Inc., die verspricht, für wenige Credits lebhafte Erinnerungen an vermeintliche Urlaubsreisen implementieren zu können. Als Quaid dieses Angebot annimmt, stellt sich sein Leben auf dem Kopf. Plötzlich sind Auftragskiller hinter ihm her und eine Aufzeichnung von ihm selbst rät ihm, auf den Mars zu reisen und sich den dortigen Freiheitskämpfern anzuschließen…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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