Minority Report

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Filmkritik:

Minority Report basiert wie so viele andere Science-Fiction-Filme (Blade Runner, A Scanner Darkly, Total Recall) auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick, der sich einmal mehr kritisch mit der Idee eines Überwachungsstaates auseinandersetzt und uns die Frage stellt, ob in Freiheit zu leben auch bedeutet, Fehler auf Kosten der Gesellschaft machen zu dürfen.

Als knallhart durchkalkuliertes Hollywoodprodukt überlässt Minority Report derartige Gedankenspiele jedoch völlig dem Zuschauer, widmet sich dem Kern von Dicks Kurzgeschichte nur im Groben und setzt ganz auf die Konventionen des Genrefilms. Zunächst entwirft Regisseur Steven Spielberg ein stimmiges Zukunftsszenario, eine Welt aus Stahl und Glas, steril und farbarm. Dabei fällt allerdings auf, wie wenig uns die visuelle Ebene über diese Zukunft mitteilt – das Genre lebt ein Stück weit davon, durch die Unterschiede zu unserer Gegenwart Aussagen zur kommenden Gesellschaft zu treffen und den Blick des Publikums kritischer auf zugespitzte aktuelle Tendenzen zu richten; im Gegensatz zu Spielbergs vorherigem Werk A.I. interessiert sich Minority Report leider gar nicht für seine Gesellschaft oder die Menschen, die in ihr leben.

Stattdessen setzt der Regisseur ganz auf seinen Star Tom Cruise und den an Verfolgungsjagden reichen Plot, der geradlinig und simpel verläuft. Gemäß jedes biederen Drehbuchratgeber-Standards arbeitet sich der Protagonist durch einen inneren und einen äußeren Konflikt, während der Film in vorhersehbarer Reihenfolge Dialog- und Actionszenen aneinanderreiht. Das ist alles nicht so schlecht, wie es klingt: Spielbergs souveräne Regie hat den Film fest im Griff und lässt die Laufzeit von immerhin 145 Minuten wie im Flug vergehen. Die soliden Darsteller machen das Beste aus ihren charakterlosen Figuren, wobei vor allem Max von Sydow und Lois Smith Wärme in den Film bringen und damit das aalglatte Spiel von Tom Cruise und Colin Farrell ausgleichen.

Alles in allem schnürt Minority Report also ein rundes Unterhaltungspaket, das solide funktioniert, Schauwerte und Stars nach konventioneller Rezeptur kombiniert und dank der tollen Idee von Philip K. Dick zumindest in Ansätzen interessante Sci-Fi-Kost serviert.

Handlung:

Im Washington, D.C. des Jahres 2054 ist die Verbrechensrate auf ein Minimum gesunken: Seit sechs Jahren kann die Precrime Division um ihren Anführer John Anderton Verbrechen verhindern, bevor sie geschehen, weil drei überaus begabte Medien – Precogs genannt – die Verbrechen voraussehen. Doch als eines Tages das Signal einer neuen Prophezeiung ertönt, passiert das Unglaubliche: Die Precogs sehen einen Mord, begangen von Anderton selbst. Dieser begibt sich, verfolgt von seinen ehemaligen Kollegen, auf die Flucht, um seine zukünftige Tat an einem völlig Fremden aufzuklären, bevor sie passiert.

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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