Paycheck – Die Abrechnung

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Filmkritik:

Mit dem Sci-Fi-Thriller Paycheck entstand verfilmte Actionikone John Woo in seinem letzten US-Film eine Kurzgeschichte des visionären Autoren Philip K. Dick, doch diese einmalige Kombination geht nicht auf – Paycheck zählt zu den schwächsten Verfilmungen Dicks, der die Vorlagen für Blade Runner, Minority Report und viele weitere Werke lieferte.

Zunächst entwickelt das Drehbuch eine recht unterhaltsame Schnitzeljagd mit Anleihen an Alfred Hitchcocks Werke wie Der unsichtbare Dritte, denn auch in Paycheck dreht sich alles um einen vom FBI und anonymen Killern Verfolgten, der eine Verschwörung aufdecken muss, um zu überleben. Der Clou des Films: Der von Ben Affleck gespielte Protagonist betätigte sich als Industriespion und musste sich im Zuge des letzten Auftrages die Erinnerungen der letzten drei Jahre löschen lassen.

Statt des titelgebenden Gehaltsschecks bleiben Afflecks Figur lediglich eine Handvoll vermeintlich unnützer kleiner Gegenstände, die jedoch nach und nach ihren Zweck preisgeben. Im ersten Drittel des Films sorgt Paycheck mit dieser Idee für solide Unterhaltung, doch schon nach einer halben Stunde geht ihm die Luft aus. Es erscheint fraglich, wohin die immerhin 60 Millionen Dollar geflossen sind, denn das große Budget ist dem Film in keinem Moment anzumerken.

Alles an Woos Werk bleibt oberflächlich: Die nahe Zukunft streift es nur, wenn futuristische Gerätschaften eine Rolle spielen; davon abgesehen erfahren wir absolut nichts über die Welt des Films. Erschreckend lieblos wirken vor allem die Sets und Kulissen, die jedes Sci-Fi-Flair vermissen lassen und größtenteils aus Betonwänden und Metalldekors bestehen. Insbesondere in der zweiten Filmhälfte verkommt Paycheck zur mauen Konfektion von der Stange Hollywoods. Das Drehbuch gibt sich keine Mühe, die offensichtliche Abarbeitung von Plot Points zu verschleiern und wirkt in jeder Hinsicht uninspiriert.

Zur schnöden Präsentation gesellt sich auch noch eine lieblose Inszenierung, die kaum einen Hinweis darauf gibt, welch erfahrener und talentierter Regisseur hier am Werk war. In einem Interview erzählte Woo später, der Selbstmord seines aus A Better Tomorrow I und II bekannten Freundes Leslie Cheung am Starttag der Dreharbeiten habe ihn sehr mitgenommen. Kurzerhand änderte Woo das Drehbuch und strich einen Großteil der Actionszenen. Er begründete diesen Schritt damit, dass die Zeit der tragischen Helden für ihn vorbei sei und er sich mehr auf die Beziehungen der Charaktere konzentrieren wolle.

Davon ist allerdings wenig zu spüren. Haupt- und Nebenfiguren wirken beliebig, keiner der Protagonisten besitzt Persönlichkeit. Auch die namhafte Besetzung scheint nichts mit den Rollen anfangen zu können: Sowohl Ben Affleck, als auch Uma Thurman und Aaron Eckhardt bleiben blass.

Handlung:

Michael Jennings ist ein brillianter Computerexperte und der Mann für Top-Secret-Projekte. Damit sie auch top-secret bleiben, werden nach jedem erledigten Auftrag Jennings‘ Erinnerungen gelöscht. Nach seinem letzten Job erfährt der geschockte Jennings, dass er freiwillig auf ein Honorar in zweistelliger Millionenhöhe verzichtet haben soll. Als dann auch noch das FBI und mysteriöse Killer hinter ihm her sind, muss Jennings schnellstmöglich die Puzzleteile seiner Vergangenheit zusammensetzen…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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