Trotz des niedrigen Budgets konnte zudem mit Kubrick-Kamermann John Alcott einer der besten seiner Zunft verpflichtet werden. Alcott gelingt es, neue und alte Aufnahmen einheitlich und atmosphärisch wirken zu lassen. Dabei gibt sich Overlord britisch-kühl, nähert sich seinem Protagonisten (wie bei Kubrick) nie wirklich, sondern bleibt immer auf dokumentarischer Distanz. So verschreibt sich Overlord dem Realismus und vermeidet jegliches Pathos, doch nimmt die Nüchternheit auch einen Großteil der möglichen Emotionalität.
Dies bringt das Finale auf den Punkt: Nachdem Overlord nur die Ausbildung seines Protagonisten zeigte, lässt ihn das Drehbuch in den finalen Minuten Richtung Schlachtfeld aufbrechen. In den letzten Sekunden erzählt Overlord dann gerade dank seines Verzichts auf Effekthascherei eindringlich von der bitteren Nichtigkeit des Einzelnen im Massensterben – ein cleveres Understatement. Doch auch unabhängig davon ist Stuart Coopers Werk allein aufgrund seiner formalen Einzigartigkeit einen Blick wert.