Overlord

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Filmkritik:

Für seinen Anti-Kriegsfilm Overlord dachte sich Regisseur Stuart Cooper einen besonderen Clou aus: Aus tausenden Filmrollen britischer Archive suchte er Aufnahmen heraus, die er mit neu gedrehtem Material kombinierte und einen bemerkenswerten Nutzen daraus zog; stellt eine der größten Hürden von Antikriegsfilmen die Konsumierbarkeit des Unkonsumierbaren, das Unterhaltungselement von Tod und Terror dar, negiert Overlord dies geschickt – wo die Bilder von einschlagenden Bomben echt sein könnten, mag Entertainment nicht so recht aufkommen.

Trotz des niedrigen Budgets konnte zudem mit Kubrick-Kamermann John Alcott einer der besten seiner Zunft verpflichtet werden. Alcott gelingt es, neue und alte Aufnahmen einheitlich und atmosphärisch wirken zu lassen. Dabei gibt sich Overlord britisch-kühl, nähert sich seinem Protagonisten (wie bei Kubrick) nie wirklich, sondern bleibt immer auf dokumentarischer Distanz. So verschreibt sich Overlord dem Realismus und vermeidet jegliches Pathos, doch nimmt die Nüchternheit auch einen Großteil der möglichen Emotionalität.

Dies bringt das Finale auf den Punkt: Nachdem Overlord nur die Ausbildung seines Protagonisten zeigte, lässt ihn das Drehbuch in den finalen Minuten Richtung Schlachtfeld aufbrechen. In den letzten Sekunden erzählt Overlord dann gerade dank seines Verzichts auf Effekthascherei eindringlich von der bitteren Nichtigkeit des Einzelnen im Massensterben – äußerst clever gemacht. Doch auch unabhängig davon ist Stuart Coopers Werk allein aufgrund seiner formalen Einzigartigkeit einen Blick wert.

Handlung:

1944. England mobilisiert seine Truppen. Auch der junge Tom Beddows muss sein behütetes Leben hinter sich lassen. Nach einem letzten Besuch bei seinen Eltern macht er sich gefasst auf den Weg zum Bahnhof. Die ersten Tage der Grundausbildung sind hart, doch nach und nach arrangiert er sich, wie all die anderen mit seinem neuen Leben als Soldat . Nur dieser eine Traum lässt ihn nicht los… So vergehen die Wochen. Dann kommt der Einsatzbefehl: Die Truppen sollen sich an der Südküste Englands sammeln.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-16T13:42:47+00:00

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