Dies ist nicht unbedingt in klassischer Weise unterhaltsam, aber handwerklich wunderbar und inhaltlich spannend, weil der Film die Perspektiven völlig verdreht: Billy the Kid ist das traurige Opfer des Films, während sein Verfolger sich im Laufe des Films immer deutlicher als erbarmungsloser Sadist entpuppt, dem Peckinpah dreist die Heldenrolle zuschiebt, sodass das Publikum effektvoll zur Auseinandersetzung gezwungen wird.
Wo Pat Garrett jagt Billy the Kid nicht mehr als klassischer Western mit klaren Helden und Schurken funktioniert, bleibt eine nicht mehr zu schließende Lücke, die jeden Hauch von Heroismus ad absurdum führt und den wilden Westen als kargen und leblosen Ort zum Leben hinstellt und jegliche Lagerfeuerromantik austreibt. Wegen seiner Konsequenz und der gleichzeitigen Unterschwelligkeit zählt Pat Garrett jagt Billy the Kid zu den unkonventionellsten Western der Filmgeschichte – eine Perle des New Hollywood-Kinos.