Sicario

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Zwar wurde der mexikanische Drogenkrieg bereits in vielen Filmen thematisiert, doch mit Sicario gelingt Denis Villeneuve ein kluger Schachzug, der sein Werk deutlich aufwertet: Er bricht die kopflastige Sicht des Publikums auf das Thema und traut sich, womöglich einige Zuschauer zu brüskieren. Mit seiner internen Fokalisierung schildert Sicario das Geschehen unzuverlässig und unvollständig aus Sicht der jungen, aufstrebenden Protagonistin, die irgendwie fehl am Platze zu sein scheint.

Dementsprechend fühlt sich bald schon auch das Publikum, das aufgrund des Informationsmangels gezwungen wird, jede Szene einzeln zu bewerten – wenn die Protagonistin im Laufe des Films immer hilfloser wird, bleibt auch dem Publikum nur die Ohnmacht, da es vom Film ebenso zurückgelassen wird. Die dabei entstehenden Emotionen sorgen für eine ganz andere Art der Reflexion, als es beispielsweise Steven Soderberghs kopflastiges Drama Traffic ermöglichte.

Doch Sicario bietet auch tolle Unterhaltung: Mit seiner interessanten, unberechenbaren Dramaturgie sorgt das Drehbuch für ein hohes Spannungslevel, während Kameragott Roger Deakins mit den tollen Bildern fesselt und der Schnitt insbesondere in den Actionsequenzen perfekt sitzt. Einige Charakterzeichnungen befinden sich in Klischeenähe, doch die hervorragenden Darsteller egalisieren das – Benicio del Toro und Josh Brolin glänzen mit gewohntem Charisma, während Hauptdarstellerin ein bisschen Emily Blunt mit ihrer passiven Rolle zu kämpfen hat – im Zweifelsfall treten da aber mehr inszenatorische als schauspielerische Makel zutage.

So vermag Sicario insgesamt also sowohl zu fesseln, als auch kluge Fragen zum Sujet zu stellen und ist bis dato Villenneuves bester Film.

Handlung:

Der Drogenkrieg beherrscht seit Jahren den Grenzbereich zwischen Arizona und Mexiko. Die aufstrebende FBI-Agentin Kate Macer stößt zu einer internationalen Task-Force, die Jagd auf die großen Tiere im Drogengeschäft macht. Doch schnell stellt sie fest, dass Regeln umgangen, Territorien und Befugnisse überschritten werden und es sich um eine militärische Operation handelt, bei der die Geheimdienste ihre Finger im Spiel haben. Während ihre Vorgesetzten den Druck auf sie erhöhen und ihre Einsätze stetig gefährlicher werden, muss sich Macer entscheiden, ob der Zweck die Mittel heiligt…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-07-26T18:40:30+00:00

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