Andy Warhols Dracula

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Nachdem Andy Warhols Kompagnon Paul Morrissey 1973 bereits den Frankenstein-Stoff unkonventionell adaptierte, widmete er sich im Anschluss direkt dem nächsten großen Namen: Andy Warhols Dracula wurde ebenfalls mit wenig Budget in Italien gedreht und nähert sich seinem Sujet alles andere als klassisch.

Doch weil Morrissey eben nicht den erwartbaren Trash-Horrorfilm mit Blut und nackter Haut drehte, weiß Andy Warhols Dracula durchaus zu überraschen – der Film sieht den Vampirfürsten als tragische Gestalt und inszeniert einen Klassenkampf zwischen dem auf dem absteigenden Ast befindlichen Blutsauger und einem jungen und vitalen Bauern, die beide – hier kommt der Trashfaktor dann doch ins Spiel – um die wenigen noch jungfräulichen Töchter eines Marquis rangeln.

Während das Overacting der Nebendarsteller sowie der ewig stoische Avangarde-Liebling Joe Dallesandro eher komödiantische Akzente setzen und auch die Dialoge ans Lächerliche grenzen, agiert Udo Kier in der Hauptrolle ganz wunderbar als völlig entkräfteter Dracula. Obwohl die schmale Handlung nur selten vorangetrieben und zwischendurch immer mal wieder mit mäßigen Sexszenen verlängert wird, entwickelt Andy Warhols Dracula eine seltsame Art von Spannung – immerhin erscheinen aufgrund der Trashfilmanleihen allerlei Kuriositäten möglich.

Das absurd blutige Finale sorgt nicht nur für die nötige Steigerung in Tempo und Tonfall, sondern bestätigt dann letztlich doch noch die Blut-Brüste-Trashfaktor-Formel, die allerdings zumindest in erfrischend unkonventionelle Ideen eingebettet wurde. Damit fällt Morisseys Werk insgesamt durchaus unterhaltsam aus, sofern das Publikum den zahllosen Schwächen mit Humor begegnet.

Handlung:

Weil es in seiner rumänischen Heimat kaum noch Jungfrauen gibt, die den in Transsilvanien immer berüchtigter werdenden Graf Dracula mit Lebenssaft dienen können, reist dieser in Begleitung seines Dieners nach Italien und kommt bei einer gut situierten Familie unter – mit dem Vorwand, eine der vier Töchter ehelichen zu wollen. Schnell muss Dracula jedoch leidvoll feststellen, dass der stürmische Bauer Mario die potenziellen Quellen des Lebens bereits angezapft hat – ein Kampf um die verbliebenen Jungfrauen droht zu entbrennen…

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T13:05:59+00:00

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