Dementsprechend lässt sich das Drehbuch Zeit für die Figurenschilderung und der Film läuft für einen Film Noir überdurchschnittliche zwei Stunden. Hochspannung hält Asphalt-Dschungel derweil nicht wirklich bereit, sondern schiebt seine Protagonisten lieber langsam und bedächtig über das Tableau. Dabei gefällt vor allem die breite Palette von Nebenfiguren, die allesamt interessant gestaltet sind, stets nachvollziehbar handeln und von den gut aufgelegten Darstellern passend verkörpert werden.
Während Hustons Regie immer ein wenig behäbig wirkt, überzeugt die Bildgestaltung deutlich mehr und zwängt die Charaktere in bester Noir-Tradition in beschränkte Räume und einengende Kadragen von Schwärze. Somit dient Asphalt-Dschungel als schönes Musterbeispiel eines Film Noirs und markiert einen interessanten filmhistorischen Punkt, verläuft allerdings deutlich weniger knackig oder hard boiled als raue B-Noirs.