Nachdem George A. Romero 1968 mit Die Nacht der lebenden Toten das Horrorgenre revolutionierte, benötigte er ganze 10 Jahre, um seinem Zombieuniversum einen zweiten Teil hinzuzufügen – mit Dawn Of The Dead löste er jedoch direkt den nächsten Erdrutsch im Genre aus, denn dieser mauserte sich schnell zum Kultfilm und zog unzählige billige Epigonen nach sich.

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Filmkritik:

Bewahrt hat sich Dawn Of The Dead sein Handlungsprinzip: Einige wenige Protagonisten versuchen sich abzuschotten und zu überleben, diesmal in einem Kaufhaus, in dem Romero, der wieder mit einem schmalen Budget auskommen musste, nachts und an Wochenende drehen durfte.

Doch nicht nur der Schauplatz ist größer dimensioniert, auch in puncto Action liefert Dawn Of The Dead deutlich mehr als sein Vorgänger und inszeniert diverse Spannungsszenen und reichlich blutige Auseinandersetzungen – derart heftige Effekte hatte es im erweiterten Kreis des Mainstreamkinos bisher nicht gegeben. Deutlich weniger gelungen scheint inzwischen das Make-up der Zombies, deren grau-grüne Gesichter aus heutiger Sicht alles andere als bedrohlich wirken.

Neben den exploitativen Elementen und dem vordergründigen, actionorientierten Überlebenskampf einer kleinen Menschenschar widmet sich der Film immer wieder zwischenmenschlichen Problemen und Konflikten und hat sich auch die gesellschaftskritischen Untertöne des Vorgängers bewahrt: Dawn Of The Dead lässt die Interpretation zu, dass die heutige Konsumgesellschaft jedermann zu einem Zombie macht, die materielle Gier für jeden von uns Gefahren birgt, weil sie unsere (lebenserhaltenden) Instinkte übertüncht.

Ungeachtet des billigen Looks sowie verschenkten Potenzials (die Charakterzeichnung bleibt trotz der recht langen Laufzeit rudimentär) zählt Dawn Of The Dead letztlich nach wie vor zu den besten Zombiefilmen. Er übt auf intelligente Weise Kritik am American Way of Life, arbeitet mit geschickten Tempowechseln und einer ordentlichen Spannungskurve, weiß daher immer noch gut zu unterhalten.

Infolge einer seltsamen Rechte- und Veröffentlichungspolitik (aufgrund der italienischen Kapitalgeber musste Romero die europäische Schnittfassung und Veröffentlichung an Dario Argento abgeben) gibt es inzwischen diverse Versionen des Films. Ich empfehle den 1988 angefertigten Directors Cut von Romero, der etwas weniger actionorientiert ist und mehr Atmosphäre aufbaut. Wer Dawn Of The Dead als brachiales Actionkino begreift, sollte hingegen eher zum rockigen Argento-Cut greifen.

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DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

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DAS GENRE

Das Horrorgenre gibt uns die Möglichkeit, Schreckensszenarien durchzuspielen und damit Stress aus unserem Unterbewusstsein abzuleiten. Der Horrorfilm bedroht immer die Normalität – sei es durch Geister, Monster oder Serienkiller. In der Regel bestrafen die Antagonisten die Verfehlungen von Sündern, inzwischen verarbeiten postmoderne Horrorfilme diese Motive jedoch auch ironisch und verbreitern damit die ursprünglichen Sujets des Genres.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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