Wie schon in seinem gelungenen Paranoiathriller Botschafter der Angst stellt Regisseur Frankenheimer auch in der Romanverfilmung Der Mann, der zweimal lebte seine Hauptfigur als hilflosen Spielball einer mächtigen, übergeordneten Institution dar – doch letztlich erweisen sich trotz loser Genrefilmanleihen nicht äußere Feinde, sondern der Protagonist selbst als das größte Problem, was wiederum an Michelangelo Antonionis Meisterwerk Beruf: Reporter erinnert.

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Filmkritik:

Dementsprechend handelt es sich bei Der Mann, der zweimal lebte eher weniger um einen rassigen Thriller, viel mehr verwendet das Drehbuch lose Genrefilmelemente, um den eigentlichen Kern zu transportieren. Trotz des spannenden und mysteriösen Auftakts handelt es sich letztlich um ein von Tristesse und Lebensmüdigkeit durchdrungenes Drama, das mit einigen wunderbar kafkaesken Spannungsspitzen durchzogen ist und so kluge wie zeitlose Beobachtungen zum Menschsein anstellt – wo fangen identitäres Sein und Selbstbestimmung an und wie kann man hinaus aus seiner Haut?

Dabei gelingt es Der Mann, der zweimal lebte auf handwerklich hohem Niveau, nicht nur die innerliche Spannung des von Rock Hudson wunderbar subtil gespielten Protagonisten nachfühlbar zum Ausdruck zu bringen, sondern in seinem Finale gleichzeitig eiskaltes Mahnmal und philosophisches Ideal abzubilden, was Frankenheimers Werk eine große Nachwirkung verleiht und zum sehenswerten Klassiker macht.

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DIE ÄRA

Die Sechziger Jahre zählen zu den revolutionärsten Jahrzehnten der Kinogeschichte. Mehrere Strömungen – die neuen Wellen – verschoben künstlerische Grenzen und modernisierten die Filmsprache. Viele Regisseure ließen die themen der vorherigen Generationen hinter sich und drehten freiere, gesellschaftskritischere Werke.

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