Der Mann, der zweimal lebte

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Filmkritik:

Wie schon in seinem gelungenen Paranoiathriller Botschafter der Angst stellt Regisseur Frankenheimer auch in der Romanverfilmung Der Mann, der zweimal lebte seine Hauptfigur als hilflosen Spielball einer mächtigen, übergeordneten Institution dar – doch letztlich erweisen sich trotz loser Genrefilmanleihen nicht äußere Feinde, sondern der Protagonist selbst als das größte Problem, was wiederum an Michelangelo Antonionis Meisterwerk Beruf: Reporter erinnert.

Dementsprechend handelt es sich bei Der Mann, der zweimal lebte eher weniger um einen rassigen Thriller, viel mehr verwendet das Drehbuch lose Genrefilmelemente, um den eigentlichen Kern zu transportieren. Trotz des spannenden und mysteriösen Auftakts handelt es sich letztlich um ein von Tristesse und Lebensmüdigkeit durchdrungenes Drama, das mit einigen wunderbar kafkaesken Spannungsspitzen durchzogen ist und so kluge wie zeitlose Beobachtungen zum Menschsein anstellt – wo fangen identitäres Sein und Selbstbestimmung an und wie kann man überhaupt hinaus aus seiner Haut?

Dabei gelingt es Der Mann, der zweimal lebte auf handwerklich hohem Niveau, nicht nur die innerliche Spannung des von Rock Hudson wunderbar subtil gespielten Protagonisten nachfühlbar zum Ausdruck zu bringen, sondern in seinem Finale gleichzeitig eiskaltes Mahnmal und philosophisches Ideal abzubilden, was Frankenheimers Werk eine große Nachwirkung verleiht und zum sehenswerten Klassiker macht.

Handlung:

Der Anruf eines vor einigen Monaten verstorbenen Freundes reist den gelangweilten Bankkaufmann Arthur Hamilton aus seiner tristen Lethargie – wie kann ihn ein Toter anrufen? Er willigt ein, sich mit seinem Freund aus der Vergangenheit zu treffen, doch trifft stattdessen auf eine Organisation, die sehr speziell ist: Sie bietet ihm an, seine Existenz aufzugeben und seinen Tod vorzutäuschen, um endlich seine Träume zu realisieren. Ein Angebot, dass Hamilton ohnehin nicht ablehnen könnte. Doch er will auch nicht und willigt ein. Ein teuflischer Pakt…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T17:14:46+00:00

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