Wie schon in seinem gelungenen Paranoiathriller Botschafter der Angst stellt Regisseur Frankenheimer auch in der Romanverfilmung Der Mann, der zweimal lebte seine Hauptfigur als hilflosen Spielball einer mächtigen, übergeordneten Institution dar – doch letztlich erweisen sich trotz loser Genrefilmanleihen nicht äußere Feinde, sondern der Protagonist selbst als das größte Problem, was wiederum an Michelangelo Antonionis Meisterwerk Beruf: Reporter erinnert.

Copyright

Filmkritik:

Dementsprechend handelt es sich bei Der Mann, der zweimal lebte eher weniger um einen rassigen Thriller, viel mehr verwendet das Drehbuch lose Genrefilmelemente, um den eigentlichen Kern zu transportieren. Trotz des spannenden und mysteriösen Auftakts handelt es sich letztlich um ein von Tristesse und Lebensmüdigkeit durchdrungenes Drama, das mit einigen wunderbar kafkaesken Spannungsspitzen durchzogen ist und so kluge wie zeitlose Beobachtungen zum Menschsein anstellt – wo fangen identitäres Sein und Selbstbestimmung an und wie kann man hinaus aus seiner Haut?

Dabei gelingt es Der Mann, der zweimal lebte auf handwerklich hohem Niveau, nicht nur die innerliche Spannung des von Rock Hudson wunderbar subtil gespielten Protagonisten nachfühlbar zum Ausdruck zu bringen, sondern in seinem Finale gleichzeitig eiskaltes Mahnmal und philosophisches Ideal abzubilden, was Frankenheimers Werk eine große Nachwirkung verleiht und zum sehenswerten Klassiker macht.

0
1-Klick-Suche bei Amazon

DIE ÄRA

Die Sechziger Jahre zählen zu den revolutionärsten Jahrzehnten der Kinogeschichte. Das Aufkommen der Nouvelle Vague in Frankreich fand einen Widerhall im Rest der Welt. Die neuen Wellen verschoben künstlerische Grenzen und modernisierten die Filmsprache. Zahlreiche Regisseure ließen die Themen der vorherigen Generationen hinter sich und drehten freiere, gesellschaftskritischere Werke.

Entdecke die Filme der Ära

DIE ÄRA

Die Sechziger Jahre zählen zu den revolutionärsten Jahrzehnten der Kinogeschichte. Das Aufkommen der Nouvelle Vague in Frankreich fand einen Widerhall im Rest der Welt. Die neuen Wellen verschoben künstlerische Grenzen und modernisierten die Filmsprache. Zahlreiche Regisseure ließen die Themen der vorherigen Generationen hinter sich und drehten freiere, gesellschaftskritischere Werke.

Entdecke die Filme der Ära

DAS GENRE

Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

Entdecke die Filme des Genres

Auch aus diesem Genre:

Auch aus diesem Genre:

ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

ÜBER DIE SEITE

Filmsucht.org

Neu hier?
Die Mission
Toms Geschichte