Feuer im Grasland

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Kon Ichikawas Antikriegsfilm Feuer im Grasland zeigt eine Welt, die sich in Auflösung befindet: Der Krieg ist über eine philippinische Insel geschwappt und hat hungernde, verstreute Soldaten zurückgelassen, die auf der Suche nach Nahrung über die Insel wandern. Der Film zeigt Krieg weniger als Schlachtengetümmel, sondern als Bewusstseinszustand, der den Kern des Menschseins assimiliert. Feuer im Grasland schildert das Wesen einer zusammengebrochenen Zivilisation – sein Schauplatz wird nur noch von Individuen bevölkert, denen der Krieg jegliche Gesellschaftsordnung, Moral und Wertesysteme genommen hat.

Für das Herumirren seines Protagonisten findet Ichikawa großartige Bilder und setzt auf Naturalismus: Inmitten all der Felsen, Hügel und des Dschungels wirken die Soldaten verloren und unbedeutend, ihr Leben, um das sie so verzweifelt kämpfen, reichlich banal im Angesicht der mitleidlosen Landschaft, sodass sich hier schnell die Sinnlosigkeit des Krieges offenbart. Dennoch verliert sich Ichikawa nicht in hübschen Naturbildern, sondern inszeniert Feuer im Grasland mit Wucht und Drastik, was der prägnante Score von Yasushi Akutagawa perfekt betont und eine dichte Atmosphäre erzeugt.

Dass der Film das Geschehen teilweise noch mit bitterem Humor untermalt, macht ihn sogar noch trostloser; Feuer im Grasland vermittelt eine große Bedrückung und dokumentiert letztlich schonungslos den Zusammenbruch des Menschseins, zählt zu den besten Antikriegsfilmen der Kinogeschichte.

Handlung:

Der japanische Soldat Tamura ist auf einer Insel in den Philippinen stationiert, die von den Amerikanern größtenteils erobert wurde. Die Japaner sind über die Insel verstreut, es mangelt an Nahrung, Ausrüstung und Kampfgeist. Tamura irrt einsam über das Eiland, ohne Ziel und Hoffnung, einzig der Drang zu Überleben hält ihn aufrecht und eint ihn mit herumstreunenden Landsleuten, die er ab und an zufällig trifft. Doch wenn der Hungertod immer bedrohlicher wird, gibt es keine Kameradschaft mehr…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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