Nach seinen ersten, durchwachsenen Gehversuchen unter den Fittichen von B-Movie-Papst Roger Corman gelang Martin Scorsese 1973 mit Hexenkessel der künstlerische wie kommerzielle Durchbruch. Auch Hauptdarsteller Harvey Keitel und Robert De Niro ebnete der Film den Weg zur großen Karriere.

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Filmkritik:

Wie auch später in Casino und GoodFellas arbeitet sich auch Hexenkessel mehr an seinen Charakteren ab und an deren Milieu, statt auf eine konventionelle Geschichte mit klassischen Akten und Plot Points zu setzen. Hier ist alles noch eine Nummer kleiner und deutlich roher als in späteren Werken, jedoch auch deutlich persönlicher.

Hexenkessel spielt in Little Italy, dem früheren Einwandererstadtteil New Yorks, in dem Scorsese aufwuchs, und bebildert einen Ausschnitt aus dem Leben einiger Kleingangster. Im Zentrum des Films steht der von Harvey Keitel gespielte Charlie, dessen Onkel eine größere Nummer der Mafia ist, während er und seine Freunde nur den kleinen Deals der Straße nachgehen. Scorsese porträtiert Charlie als anständigen, ehrlichen Mann, der seine ganze Umgebung zusammenhält. Er vermittelt zwischen Streitenden, hilft seinem bei jedem Bekannten verschuldeten Freund Johnny Boy und organisiert innerhalb seines kleinen Rahmens, was er nur kann.

Die Crux des Geschehens ist es, dass Charlie zwar allen anderen hilft, mit seiner eigenen Situation jedoch unzufrieden ist – ein zentrales Element, über das Scorsese, der beinahe Priester geworden wäre, seinen Katholizismus verhandelt. Ständig steht Charlie vor der Wahl, sich selbst oder anderen zu helfen, seine Stärke nicht für sich, sondern für die Schwächen seiner Freunde einzusetzen und dadurch selbst nicht voran zu kommen. Letztlich wirft Hexenkessel die Frage auf, ob moralische Integrität in einer derart unnachgiebigen Umwelt funktionieren kann oder sich eher als Nachteil erweist.

Angesichts der Konzentration auf sein Milieu tritt die Handlung in den Hintergrund; nicht sie, sondern die Figurenkonstellationen treiben das Geschehen voran. Dementsprechend wirkt Scorseses Werk auf der inhaltlichen Ebene bisweilen etwas statisch und vorhersehbar, wenn man ihn als Gangsterfilm begreift; als Charakterstudie funktioniert Hexenkessel jedoch recht gut. Die agile Handkamera sorgt für stimmige Bilder und einige Atmosphäre, die ein wenig seltsame Musikzusammenstellung aus lauter alten Popsongs zumindest für Retro-Flair. Vor allem lebt der Film von seinen Darstellern: Während De Niro seinen tumben Johnny Boy mit gewohnt großen Gesten ausstattet, glänzt vor allem Harvey Keitel mit viel Ambivalenz und transportiert Scorseses Sujet über weite Strecken im Alleingang.

Hexenkessel mag kaum herausragende Höhepunkte in petto haben wie Taxi Driver und längst nicht so schmissig erzählt werden wie die späteren Gangsterfilme Scorseses, als erster Prototyp bietet er Fans des Filmemachers jedoch zumindest interessantes Anschauungsmaterial.

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DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

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Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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