Passion (1982)

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Zwei Jahre nach seinem Comeback mit Rette sich, wer kann (das Leben) veröffentlichte Jean-Luc Godard seinen nächsten Film Passion und schildert in gewohnt unzusammenhängendem, episodischem Stil nicht vorankommende Dreharbeiten zu einem Film, in dem ein polnischer Regisseur versucht, bedeutende Gemälde nachzustellen, also sogenannte Tableau Vivants in Filmform zu präsentieren.

Ein Film von Godard aus den Achtziger Jahren wirkt gänzlich anders als seine frühen Arbeiten. Wo die frühen Klassiker des Franzosen, wie beispielsweise Außer Atem oder Die Außenseiterbande, den Zuschauer forsch und selbstbewusst vereinnahmen, backt der Filmemacher in seinem Spätwerk deutlich kleinere Brötchen. Fast ein bisschen unsicher scheint Godard zu sein, stellt zumindest etwaiges Selbstbewusstsein nicht mehr zur Schau und hält sich überhaupt mehr zurück. Noch immer ist Godards Stilwillen erkennbar, doch rückt dieser – wie auch die handwerklichen Sperenzien der Vergangenheit – in den Hintergrund. Im Rahmen der Dreharbeiten zum Film im Film fährt Passion einige krangestützte Sequenzen auf, die in Verbindung mit den nun körperlich gewordenen Malereien an das Kino Peter Greenaways denken lassen und schön anzusehen sind; davon abgesehen bleibt Passion visuell eher schlicht.

Passion besitzt keine einzelne Hauptfigur, sondern schildert einen kurzen Zeitraum im Leben eines halben Dutzend Protagonisten. Dabei wirkt sämtliches Geschehen fragil und instabil. Die Figuren husten und stottern, raufen sich die Haare und können sich nicht artikulieren. Am deutlichsten äußern sich die Gefühle des Zweifelns und Scheiterns beim polnischen Regisseur Jerzy, der nicht nur mit den fehlerbehafteten Umständen seines Films hadert, sondern auch mit dem Schicksal seiner Heimat Polen, in dem im Dezember 1981 das Kriegsrecht verhängt wurde. Und doch keimt auch Hoffnung in Passion, wenn Figuren sich kennenlernen und einander öffnen – undenkbar in früheren Werken Godards und vielleicht ein Anzeichen von Altersmilde. Die melancholische Stimmung zwischen dem vordergründigen Scheitern und den zarten Knospen von Neuanfängen und Verbesserungen zählt zu den Stärken des ansonsten unspektakulären Werkes.

Handlung:

Der polnische Regisseur Jerzy arbeitet an einem Film über Werke großer Maler des 19. Jahrhunderts, darunter Rembrandts „Nachtwache“. Während der problematischen und stockenden Dreharbeiten wird er zunehmend mit Ereignissen und Schicksalen um ihn herum konfrontiert. Dabei wird Jerzy auch auf die Fabrikarbeiterin Isabelle aufmerksam, die entlassen wird und ihr Recht auf Arbeit vehement einfordert.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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