Sword Of Doom spielt am Ende der Edo-Zeit, wo sich das feudale Japan immer mehr der Industrialisierung zuwandte und feudale Strukturen und Klassen sich nach und nach auflösten. Am Beispiel eines jeglichem Kodex abtrünnig gewordenen Samurai formuliert der Film von Kihachi Okamoto einen Abgesang auf die einst so edle Kaste.

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Filmkritik:

Als problematisch erweist sich indes die narrative Struktur, denn einige Handlungsstränge werden kommentarlos fallengelassen, Nebenfiguren verschwinden plötzlich, unzählige Szenen laufen ins Leere und das Finale des Films endet abrupt, mitten in einer furiosen Sequenz – Sword Of Doom fußt auf einem Fortsetzungsroman, der aufgrund des Todes des Autoren unvollendet blieb; scheinbar konnte der geplante zweite Film daher nicht realisiert werden, sodass der erste Teil zwangsläufig unpointiert wirkt.

Auch die Wahl eines Mörders als Protagonisten stellt einen seltsamen Anachronismus dar – Ryunosuke ist kein cooler Antiheld, sondern tatsächlich ein latent psychopathischer Killer, der grund- und emotionslos tötet; das erscheint weder cool, noch liefert der Film damit eine empathische Figur.

Wie Akira Kurosawas Klassiker Yojimbo stellt auch Sword Of Doom keinen typischen Actionfilm dar, sondern zieht seinen Reiz vor allem aus der Handwerkskunst der Beteiligten. Kamera und Schnitt überzeugen genauso wie Okamotos Regie, die die zurückhaltenderen Szenen elegisch und Schwertkampfszenen ziemlich dynamisch in Szene setzt. Auch die Besetzung überzeugt durchweg, Tatsuya Nakadai meistert eine seiner wenigen Rollen als Antagonist mit eiskaltem Charisma und brilliert auch in der wahnsinnigen Schlusssequenz, während Toshiro Mifune und Michiyo Aratama in den Nebenrollen gefallen.

Das an Masaki Kobayashis ähnlich geartetes Meisterwerk Harakiri erinnernde Finale schließt den ungewöhnlichen, nicht immer einfachen Klassiker versöhnlich ab; dass es den tragischen Abstieg des so talentierten wie bösartigen Protagonisten offen lässt und das letzte Kapitel der Fantasie des Publikums vorbehalten bleibt, erweist sich letztlich sogar als Vorteil.

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Die Sechziger Jahre zählen zu den revolutionärsten Jahrzehnten der Kinogeschichte. Mehrere Strömungen – die neuen Wellen – verschoben künstlerische Grenzen und modernisierten die Filmsprache. Viele Regisseure ließen die Themen der vorherigen Generationen hinter sich und drehten freiere, gesellschaftskritischere Werke.

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Das Actiongenre zählt zu den ursprünglichsten Formen des Kinos. Das Medium Film begann als Show der Sensationen und findet noch heute seine Entsprechung: in aufwändigen Martial-Arts-Choreographien, rassigen Verfolgungsjagden und ausufernden Schusswechseln. Actionfilme geben uns die Möglichkeit, wieder Kind zu sein und leichtfertigem Eskapismus zu frönen.

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Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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