Sword of Doom
Ein Film von Kihachi Okamoto
Sword of Doom spielt am Ende der Edo-Zeit, wo sich Japan immer mehr der Industrialisierung zuwandte und feudale Strukturen und Klassen sich nach und nach auflösten. Am Beispiel eines jeglichem Kodex abtrünnig gewordenen Samurai formuliert der Film von Kihachi Okamoto einen Abgesang auf die einst so edle Kaste.
Filmkritik:
Als problematisch erweist sich indes die narrative Struktur, denn einige Handlungsstränge werden kommentarlos fallengelassen, Nebenfiguren verschwinden plötzlich, unzählige Szenen laufen ins Leere und das Finale des Films endet abrupt, mitten in einer furiosen Sequenz – Sword of Doom fußt auf einem Fortsetzungsroman, der aufgrund des Todes des Autors unvollendet blieb; anscheinend konnte der geplante zweite Film daher nicht realisiert werden, sodass der erste Teil zwangsläufig unpointiert wirkt.
Die Wahl eines Mörders als Protagonisten stellt uns vor eine Herausforderung – Ryunosuke ist kein Antiheld, sondern tatsächlich ein latent psychopathischer Killer, der grund- und emotionslos tötet. Der Film bietet keine Grundlage dafür, dass wir ihm Empathie entgegenbringen könnten; im Gegensatz zu Akira Kurosawas Klassiker Yojimbo erscheint er uns auch nicht cool im Sinne eines Genrefilms.
Sword of Doom ist kein typischer Actionfilm, sondern zieht seinen Reiz vor allem aus der Handwerkskunst der Beteiligten. Kamera und Schnitt überzeugen genauso wie Okamotos Regie, die die zurückhaltenderen Szenen elegisch und Schwertkampfszenen dynamisch in Szene setzt. Auch die Besetzung überzeugt durchweg, Tatsuya Nakadai meistert eine seiner wenigen Rollen als Antagonist mit eiskaltem Charisma und brilliert in der wahnsinnigen Schlusssequenz, während Toshiro Mifune und Michiyo Aratama in den Nebenrollen gefallen.
Das an Masaki Kobayashis ähnlich geartetes Meisterwerk Harakiri erinnernde Finale schließt den ungewöhnlichen, nicht immer einfachen Klassiker versöhnlich ab; dass es den tragischen Abstieg des so talentierten wie bösartigen Protagonisten offen lässt und das letzte Kapitel unserer Fantasie überlässt, erweist sich letztlich sogar als Vorteil.
★★★☆☆☆
1960 – 1969
Die Sechziger Jahre zählen zu den revolutionärsten Jahrzehnten der Kinogeschichte. Mehrere Strömungen – die neuen Wellen – verschoben künstlerische Grenzen und modernisierten die Filmsprache. Viele Regisseure ließen die themen der vorherigen Generationen hinter sich und drehten freiere, gesellschaftskritischere Werke.
Actionfilm
Das Actiongenre zählt zu den ursprünglichsten Formen des Kinos. Das Medium Film begann als Show der Sensationen und findet noch heute seine Entsprechung: in aufwendigen Martial-Arts-Choreographien, rassigen Verfolgungsjagden und ausufernden Schusswechseln. Actionfilme geben uns die Möglichkeit, wieder Kind zu sein und leichtfertigem Eskapismus zu frönen.

