Sword Of Doom

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Sword Of Doom spielt am Ende der Edo-Zeit, wo sich das feudale Japan immer mehr der Industrialisierung zuwandte und feudale Strukturen und Klassen sich nach und nach auflösten. Am Beispiel eines jeglichem Kodex abtrünnig gewordenen Samurai formuliert der Film von Kihachi Okamoto einen Abgesang auf die einst so edle Kaste.

Als problematisch erweist sich indes die narrative Struktur, denn einige Handlungsstränge bleiben außen, Nebenfiguren verschwinden plötzlich, unzählige Szenen laufen ins Leere und das Finale des Films endet abrupt, mitten in einer furiosen Sequenz – Sword Of Doom fußt auf einem Fortsetzungsroman, der aufgrund des Todes des Autoren unvollendet blieb; scheinbar konnte der geplante zweite Film daher nicht realisiert werden, sodass der erste Teil zwangsläufig unpointiert wirkt.

Auch die Wahl eines Mörders als Protagonisten stellt einen seltsamen Anachronismus dar – Ryunosuke ist kein cooler Anti-Held, sondern tatsächlich ein latent psychopathischer Killer, der grund- und emotionslos tötet; das erscheint weder cool, noch liefert der Film damit eine empathische Figur.

Wie Akira Kurosawas Klassiker Yojimbo stellt auch Sword Of Doom keinen typischen Actionfilm dar, sondern zieht seinen Reiz vor allem aus der Handwerkskunst der Beteiligten. Kamera und Schnitt überzeugen genauso wie Okamotos Regie, die die zurückhaltenderen Szenen elegisch und Schwertkampfszenen ziemlich dynamisch in Szene setzt. Auch die Besetzung überzeugt durchweg, Tatsuya Nakadai meistert eine seiner wenigen Rollen als Antagonist mit eiskaltem Charisma und brilliert auch in der wahnsinnigen Schlusssequenz, während Toshiro Mifune und Michiyo Aratama in den Nebenrollen gefallen.

Das an Masaki Kobayashis ähnlich geartetes Meisterwerk Harakiri erinnernde Finale schließt den ungewöhnlichen, nicht immer einfachen Klassiker versöhnlich ab; dass es den tragischen Abstieg des so talentierten wie bösartigen Protagonisten offen lässt und das letzte Kapitel der Fantasie des Publikums vorbehalten bleibt, erweist sich letztlich sogar als Vorteil.

Handlung:

Trotz seines unnachahmlichen Talents im Schwertkampf wurder der amoralische und eitle Samurai Ryunosuke seiner Schwertkampfschule verwiesen. Vor einem Schwertkampfturnier bittet ihn die Frau seines Gegners, ihren Mann gewinnen zu lassen, damit dieser eine Stellung als Schwertkampfmeister erlangen kann – doch Ryunosuke kennt kein Mitleid und tötet seinen Kontrahenten Utsuki sogar. Während sein Vater ihn verstößt und Utsukis Sohn auf Rache sinnt, flieht Ryunosuke mit der Frau seines Opfers in die Provinz und verdingt sich fortan in einer Mörderbande, die den Sturz des Shogunats betreibt.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-16T16:21:27+00:00

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