Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß

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Filmkritik:

Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß schildert einen Tag im Leben einer Frau, vom Morgen bis zu Abend. Anhand dieses in sich geschlossenen Porträts dokumentiert Jean-Luc Godard den Stand der modernen westlichen Konsumgesellschaft und kommt gewohnt kritisch zu einem Ergebnis: Wer konsumieren will, muss sich prostituieren.

Dass die Protagonistin dies hier ab und an, für ein schönes Kleid oder neuen Schmuck, im Wortsinne tut, sollte dabei nicht ablenken, denn wie so oft bei Godard steht das Geschehen auf der visuellen Ebene eher beispielhaft für deutlich weiter gefasste Vorgänge. Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß funktioniert über zwei verschiedene Ebenen: Vordergründig betrachten wir die Handlung um die Protagonistin Juliette. Wie gewohnt nutzt Godard kaum Mittel des Erzählkinos, sondern dokumentiert relativ nüchtern und sachlich, wie Juliette ihren Tag verbringt und zeigt sie in Alltagssituationen, die in anderen Filmen wohl auf dem Boden des Schneideraums gelandet wären. Auf einer zweiten Ebene kommentiert der Franzose das Geschehen dann: Direkt aus dem Off heraus, wo er Anmerkungen einfließen lässt, das Geschehen hinterfragt oder wieder einmal die vierte Wand durchbricht und seine Protagonistin direkt interviewt.

Da Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß im Grunde keinerlei klassische Figurenzeichnung enthält und auf narrative Elemente verzichtet, richtet sich das Werk aus Godards politischer Phase eher an Zuschauer, die bereits zu den Fans des Franzosen zählen. Als Einstiegsfilm eignet sich Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß eher weniger gut.

Handlung:

Juliette lebt mit Mann und Kind in einem Wohnkomplex an der Peripherie von Paris. Am Morgen gibt sie den Sohn bei einem älteren Hausbewohner ab, verlässt die Siedlung und fährt in die Stadt, absolviert ihr Programm: Boutique, Café, Stundenhotel, wo sie als Gelegenheitsprostituierte arbeitet, Friseur, Werkstatt. Abends kehrt sie mit dem Mann in die Wohnung zurück, versorgt den Sohn und geht zu Bett.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-16T18:23:07+00:00

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