Die Rechnung ging nicht auf zählt zum Frühwerk von Stanley Kubrick, der im Anschluss mit Wege zum Ruhm seinen endgültigen Durchbruch schaffte. Sein auf einem hard boiled Gangsterroman basierender Film Noir war kein riesiger Erfolg beschienen, zählt jedoch inzwischen fest zum klassischen Gangsterfilmkanon und zusammen mit Asphalt-Dschungel zu den wesentlichen Inspirationsquellen für die Gangsterfilme späterer Filmemacher.

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Filmkritik:

Eine aus dem Roman übernommene Besonderheit stellt die zeitlich versetzte, episodenhafte Narration dar, die Quentin Tarantino rund 40 Jahre später für Pulp Fiction übernahm. So schildert Die Rechnung ging nicht auf die Vorbereitung und Durchführung eines Überfalls mit diversen zeitlichen Verschiebungen und mehreren Handlungssträngen und vermittelt damit gekonnt ein Gefühl für die Mühen, die ein solches Unternehmen mit sich bringt. Da bereits bei der Vorbereitung nicht alles rund läuft und Verrat in der Luft liegt, baut das Drehbuch schon früh einiges an Suspense auf.

Leider unterminiert die größte Schwäche von Kubricks Film die Spannung etwas: Der Off-Erzähler. Dieser kommentiert lediglich das, was das Publikum ohnehin auf der Bildebene gezeigt bekommt und erweist sich damit als völlig überflüssig, wirkt ein wenig ein Zugeständnis an die zeitgenössischen Zuschauer, um das ungewohnte Erzählkonzept verständlicher zu gestalten. Wer auch immer diese Entscheidung getroffen hat, hätte besser daran getan, auf Kubricks visuelle Stärke zu vertrauen; dem Meisterregisseur gelingt es vortrefflich, mit wenigen Bildern viel zu erzählen.

Typisch für Kubrick gestaltet sich auch die marginale Figurenzeichnung, die mehr auf den äußeren Eindruck setzt und auf Archetypen. Im Zusammenspiel mit der Tatsache, dass Die Rechnung ging nicht auf ein später Film Noir ist und auf in den vergangenen 16 Jahren vordefinierte Figurentypen zurückgreifen kann, handelt der Film wie so oft bei Kubrick, weniger von einzelnen Individuen, sondern mehr von einem System in seiner Gesamtheit und den vielen kleinen Interaktionen seiner einzelnen Teile.

Die sehenswerte Low-Key-Beleuchtung und der präsente Fatalismus sorgen dabei für ein stimmiges Ergebnis, die kurze Laufzeit von 80 Minuten vergeht wie im Flug.

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DER REGISSEUR

Stanley Kubrick zählt zu den besten Regisseuren der Kinogeschichte, beinahe jede seiner Arbeiten genießt den Ruf eines zeitlosen Klassikers. Der Amerikaner drehte Meisterwerke in den unterschiedlichsten Genres und kannte bei der Umsetzung seiner Visionen keine Kompromisse. Kubricks Inszenierungen vereinen technische Perfektion und intellektuellen Tiefgang zu einzigartigen Filmerlebnissen.

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DIE STRÖMUNG

Rund zwanzig Jahre lang bereicherte Hollywood die Kinos mit düster gestalteten Kriminalfilmen. Deren heruntergekommende Detektive und abgebrühte Femme Fatales gingen ebenso in die Popkultur ein wie ihr pessimistischer Tonfall. Damit zählt die Schwarze Serie auch abseits seiner zahllosen Klassiker zu den einflussreichsten Strömungen der Filmgeschichte.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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