Eine aus dem Roman übernommene Besonderheit stellt die zeitlich versetzte, episodenhafte Narration dar, die Quentin Tarantino rund 40 Jahre später für Pulp Fiction übernahm. So schildert Die Rechnung ging nicht auf die Vorbereitung und Durchführung eines Überfalls mit diversen zeitlichen Verschiebungen und mehreren Handlungssträngen und vermittelt damit gekonnt ein Gefühl für die Mühen, die ein solches Unternehmen mit sich bringt. Da bereits bei der Vorbereitung nicht alles rund läuft und Verrat in der Luft liegt, baut das Drehbuch schon früh einiges an Suspense auf.
Leider unterminiert die größte Schwäche von Kubricks Film die Spannung etwas: Der Off-Erzähler. Dieser kommentiert lediglich das, was das Publikum ohnehin auf der Bildebene gezeigt bekommt und erweist sich damit als überflüssig, wirkt ein wenig ein Zugeständnis an die zeitgenössischen Zuschauer, um das ungewohnte Erzählkonzept verständlicher zu gestalten. Wer auch immer diese Entscheidung getroffen hat, hätte besser daran getan, auf Kubricks visuelle Stärke zu vertrauen; dem Meisterregisseur gelingt es vortrefflich, mit wenigen Bildern viel zu erzählen.
Typisch für Kubrick gestaltet sich auch die marginale Figurenzeichnung, die mehr auf den äußeren Eindruck setzt und auf Archetypen. Im Zusammenspiel mit der Tatsache, dass Die Rechnung ging nicht auf ein später Film Noir ist und auf in den vergangenen 16 Jahren vordefinierte Figurentypen zurückgreifen kann, handelt der Film wie so oft bei Kubrick, weniger von einzelnen Individuen, sondern mehr von einem System in seiner Gesamtheit und den vielen kleinen Interaktionen seiner einzelnen Teile.
Die sehenswerte Low-Key-Beleuchtung und der präsente Fatalismus sorgen dabei für ein stimmiges Ergebnis, die kurze Laufzeit von 80 Minuten vergeht wie im Flug.