Miller’s Crossing beweist direkt mit seiner großartigen Eröffnungsszene, dass die Gebrüder Coen großen Wert auf Stil gelegt und erwartungsgemäß keinen völlig konventionellen Gangsterfilm gedreht haben. Zwar spielen die Coens nicht so offensiv mit Humorelementen und Skurrilitäten wie in ihren Komödien, dennoch durchzieht eine feine Ironie den Plot und die Dialoge, allerdings gemischt mit hartem Gangstergestus, was interessante Kontraste ermöglicht.

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Filmkritik:

Gewürzt wird das Geschehen überdies noch mit filmischen Anspielungen (dass der Hut des Protagonisten ständig in den Fokus gerückt wird, bezieht sich beispielsweise auf Melvilles famosen Klassiker Der Teufel mit der weißen Weste) und dem Verwerten von Archetypen und Klischees, die leicht abstrahiert einfließen.

Das clever gestrickte Script von Miller’s Crossing sorgt auch für altmodischen Charme, wenn in der ersten halben Stunde erst einmal ganz nach klassischer Drehbuchschule die Figuren vorgestellt werden (bzw. sich selbst geschickt vorstellen), bevor sich die Handlung zu entwickeln beginnt und dann griffige Charaktere, wohldosierte Action- und Spannungsszenen, sowie eine große Portion Stilbewusstsein unter einen Hut bekommt.

Handwerklich bietet Miller’s Crossing bestes Hollywoodniveau: Das Setdesign ist hervorragend, Beleuchtung und Kamera sorgen für tolle Bilder und die Schauspieler agieren durch die Bank weg superb. Hauptdarsteller Gabriel Byrne legt mit seiner abgebrüht-mürrischen Passivität einen Humphrey-Bogart-Gedächtsnisauftritt hin und Albert Finney, John Turterro und Jon Polito sorgen für einige memorable Momente. So funktioniert Miller’s Crossing rundum wunderbar: als Gangsterfilm, als Verbeugung vor Klassikern und als typischer Coen-Film.

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DIE ÄRA

In den Neunziger Jahren wurden Filme ein Objekt der Popkultur. Die amerikanische Vermarktung erhob Blockbuster zum Massenphänomen, das weit über den Filmkonsum hinaus ging. Zeitgleich bildeten eine lebendige Independentfilmszene und ein erstarktes Arthousekino den Gegenpol. Auch dank der VHS-Kassetten entwickelte das Medium Film eine ungeahnte Vielfalt.

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DAS GENRE

Der Kriminalfilm zählt aufgrund unterschiedlichster Ausprägungen zu den breitesten Genres. Die sogenannten Whodunnits beschäftigen sich mit der Täterfindung in einem einzelnen Fall; ebenso zählen die fatalistischen Detektivgeschichten des Film Noir zum Genre. Nicht zu vergessen sind Werke aus der gegensätzlichen Perspektive: Die Heist- und Gangsterfilme machen einen wesentlichen Teil des Krimigenres aus.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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