Mit Alphaville drehte Jean-Luc Godard eine Science-Fiction-Farce, die sich optisch wie inhaltlich stark am Film Noir orientiert und reichlich überzeichnete Elemente des amerikanischen Gangsterfilms nutzt.

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Filmkritik:

Diese ungewöhnliche Melange sorgt für einen interessanten Start und die konsequente Überspitzung der Geschehnisse für einiges Amüsement, doch die für Godard typische Geschwätzigkeit bricht mit der comichaften Coolness und den Genrefilmanleihen und macht im weiteren Verlauf deutlich, dass Alphaville einen doppelten Boden aufweist: Die Ermittlungen des Titelhelden werden diffuser und rücken immer weiter in den Hintergrund, das Pulp-Agentenstück wandelt sich zu etwas anderem.

Lemmy Caution muss sich zunehmend mit der fremden und seltsam wertfreien Umgebung auseinandersetzen – in der zweiten Filmhälfte offenbart Godard, dass Alphaville eigentlich den Konflikt zwischen Mensch und Maschine, zwischen Logik und Gefühlen verhandelt und seine Zukunftsvision gar nicht so weit entfernt von der Gegenwart zu sein scheint.

Allerdings fällt Godards Diskurs im Vergleich zu späteren Werken wie dem pessimistischen Weekend deutlich romantischer aus – in Alphaville obsiegt die Kunst gegen die Computerwelt. Mit seiner eigenwilligen Stilistik benötigt Godards Werk eine gewisse Toleranz seitens des Publikums, kommt dafür jedoch auch alles andere als uninteressant daher.

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DER REGISSEUR

Mit seinem Debütfilm Außer Atem schrieb Jean-Luc Godard Kinogeschichte und setzte die Nouvelle Vague in Gang. Der ehemalige Filmkritiker prägte das Medium Film nachhaltig: Seine postmoderne Erzählweise und innovativen Inszenierungen, seine beißende Gesellschaftskritik und Essayfilme wurden bewundert, diskutiert und kopiert. Allein in den Sechziger Jahren drehte Godard 15 Werke, von denen die meisten inzwischen fest zum Kanon der Filmgeschichte gehören.

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DER REGISSEUR

Jean-Luc Godard

Mit seinem Debütfilm Außer Atem schrieb Jean-Luc Godard Kinogeschichte und setzte die Nouvelle Vague in Gang. Der ehemalige Filmkritiker prägte das Medium Film nachhaltig: Seine postmoderne Erzählweise und innovativen Inszenierungen, seine beißende Gesellschaftskritik und Essayfilme wurden bewundert, diskutiert und kopiert. Allein in den Sechziger Jahren drehte Godard 15 Werke, von denen die meisten inzwischen fest zum Kanon der Filmgeschichte gehören.

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DIE STRÖMUNG

Die Nouvelle Vague wischte die altmodischen „Filme der Väter“ beiseite und entwickelte das moderne Kino. Erstmals beschäftigten sich Filme selbstreferenziell mit sich selbst, anstatt lediglich Geschichten mit Bildern zu erzählen. Mit der Generalüberholung von Inszenierung, Schnitt und Erzählweise legte die Nouvelle Vague die Grundlagen unserer heutigen postmodernen Filme, Musikvideos und Werbespots.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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