Diese ungewöhnliche Melange sorgt für einen interessanten Start und die konsequente Überspitzung der Geschehnisse für einiges Amüsement, doch die für Godard typische Geschwätzigkeit bricht mit der comichaften Coolness und den Genrefilmanleihen und macht im weiteren Verlauf deutlich, dass Alphaville einen doppelten Boden aufweist: Die Ermittlungen des Titelhelden werden diffuser und rücken immer weiter in den Hintergrund, das Pulp-Agentenstück wandelt sich zu etwas anderem.
Lemmy Caution muss sich zunehmend mit der fremden und seltsam wertfreien Umgebung auseinandersetzen – in der zweiten Filmhälfte offenbart Godard, dass Alphaville eigentlich den Konflikt zwischen Mensch und Maschine, zwischen Logik und Gefühlen verhandelt und seine Zukunftsvision gar nicht so weit entfernt von der Gegenwart zu sein scheint.
Allerdings fällt Godards Diskurs im Vergleich zu späteren Werken wie dem pessimistischen Weekend deutlich romantischer aus – in Alphaville obsiegt die Kunst gegen die Computerwelt. Mit seiner eigenwilligen Stilistik benötigt Godards Werk eine gewisse Toleranz seitens des Publikums, kommt dafür jedoch auch alles andere als uninteressant daher.