Geht es um die kontroversen Werke der Siebziger Jahre, werden – wegen ihrer großen Qualität und der Stars – meist Der letzte Tango in Paris und Das große Fressen genannt, doch einige Sätze später folgt dann gerne auch Der Nachtportier von Liliana Cavani. Auch der hat zwei Stars zu bieten: Den wunderbaren Dirk Bogarde und Charlotte Rampling in der Rolle, die ihr zum Durchbruch verhalf.

Copyright

Filmkritik:

Kein Wunder, denn Der Nachtportier ist vor allem ein Schauspieler-Film – er konzentriert sich völlig auf seine beiden Figuren, die in ihrer verqueren Liebe hin- und hergerissen werden, bis schwer herauszufinden ist, wie alles anfing und es so weit kommen konnte. Cavani versteht es ungemein, immer neue Ist-Zustände über die vorherigen Szenen zu streifen, kann nachvollziehbar verdeutlichen, wie wertvoll die gemeinsame Zeit der beiden ist, weil die Szenen vergänglich und fragil wirken.

Weniger gut gelingt es allerdings dem Drehbuch, die Faszination des Paars wider Willens zu ergründen. Im Zusammenspiel mit der (gewollt und gekonnt) tristen Inszenierung verwehrt Der Nachtportier seinem Publikum die meisten erzählerischen Kompromisse.

Allerdings bietet der äußere Erzählrahmen, insbesondere zum Ende hin, Thrillerelemente, die sich nur schlecht in das eigentlich intime Drama fügen, auch den Ton nicht immer treffen. So bleibt Der Nachtportier ein sperriges Werk, dessen Ergründung durchaus nicht uninteressant, aber etwas unbefriedigend ausfällt und dessen Avancen zum kontroversen Nazifetisch teilweise grenzwertig erscheinen.

0
1-Klick-Suche bei Amazon

DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

Entdecke die Filme der Ära

DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

Entdecke die Filme der Ära

DAS GENRE

Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

Entdecke die Filme des Genres

Auch aus diesem Genre:

Auch aus diesem Genre:

ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

ÜBER DIE SEITE

Filmsucht.org

Neu hier?
Die Mission
Toms Geschichte

Entdecke 32 großartige Geheimtipps.

Mit FilmsuchtPLUS.

Abo starten
mehr Infos