In dem ungewöhnlichen Film Noir Ring frei für Stoker Thompson dreht sich alles um ein Element: die Zeit. Nicht nur, weil die Lauflänge lediglich knackige 72 Minuten beträgt, sondern vor allem, weil der Klassiker von Robert Wise nahezu in Echtzeit abläuft, wie die stetig eingeblendeten Uhren dokumentieren. Am deutlichsten äußert sich dies im finalen Boxkampf des Films, der satte 20 Minuten währt.

Copyright

Filmkritik:

Den düsteren und sehenswerten Noir-Bildern zum Trotz handelt es sich bei Ring frei für Stoker Thompson eher weniger um einen Kriminalfilm, sondern mehr um ein Drama. Zwar tauchen hier einige Gangster auf, doch das Drehbuch fokussiert sich mehr auf seine Figuren und betrachtet ihr Milieu mit deutlich auf Realismus ausgelegtem Ansatz, statt wie in vielen anderen Noirs auf eine verdichtende, überhöhte Dramaturgie zu setzen.

Besonders gut gelingt es dem Script, das aufgrund der Echtzeitdarstellung nur wenige Möglichkeiten hat, spezifische Handlungen zu zeigen, anhand einiger weniger Szenen das ganze Leben seiner Hauptfigur zu spiegeln. Ring frei für Stoker Thompson vermittelt geschickt ein Gefühl für das Innenleben des titelgebenden Boxers, seinen Ehrgeiz, seine Aufrichtigkeit und seinen Charakter. Der hervorragende Robert Ryan in der Hauptrolle trägt seinen Teil dazu bei.

Die realistische Ausrichtung des Films fordert jedoch auch ihren Tribut: Wirklich spannend wird Ring frei für Stoker Thompson nicht und wirkt letztlich auch ein wenig zu kurz, sodass er sein zweifellos vorhandenes Potenzial nicht ausschöpfen kann und nicht an andere klassische Verliererdramen wie beispielsweise Haie der Großstadt heranreicht; aufgrund seiner Echtzeit-Inszenierung bietet das Werk von Robert Wise dennoch eine interessante Filmerfahrung.

0
1-Klick-Suche bei Amazon

DIE ÄRA

Die Vierziger Jahre wurden durch den Zweiten Weltkrieg geprägt. Die pessimistische Weltlage schwappte in die Filmwelt über und sorgte für einen ernsteren Tonfall und düstere Bilder. Gleich zwei Strömungen von Weltruf entstanden in diesem Jahrzehnt: Der Film Noir mit seinen harten Genrefilmen und der Italienische Neorealismus mit seinem Pessimismus.

Entdecke die Filme der Ära

DIE ÄRA

Die Vierziger Jahre wurden durch den Zweiten Weltkrieg geprägt. Die pessimistische Weltlage schwappte in die Filmwelt über und sorgte für einen ernsteren Tonfall und düstere Bilder. Gleich zwei Strömungen von Weltruf entstanden in diesem Jahrzehnt: Der Film Noir mit seinen harten Genrefilmen und der Italienische Neorealismus mit seinem Pessimismus.

Entdecke die Filme der Ära

DIE STRÖMUNG

Rund zwanzig Jahre lang bereicherte Hollywood die Kinos mit düster gestalteten Kriminalfilmen. Deren heruntergekommende Detektive und abgebrühte Femme Fatales gingen ebenso in die Popkultur ein wie ihr pessimistischer Tonfall. Damit zählt die Schwarze Serie auch abseits seiner zahllosen Klassiker zu den einflussreichsten Strömungen der Filmgeschichte.

Entdecke die Filme der Strömung

Auch aus diesem Genre:

Auch aus diesem Genre:

Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

ÜBER DIE SEITE

Filmsucht.org

Neu hier?
Die Mission
Toms Geschichte