Ein interessanter Hybrid: Mit Point Blank hat John Boorman einen amerikanischen Thriller auf europäische Weise gedreht und serviert einen ultra-unterkühlten, enorm statischen Film, dessen künstlerischer Anspruch sich bereits in der famosen, aus vier mäandernden Zeitebenen zusammengesetzten Eröffnungsszene andeutet und im wunderbaren Sounddesign und einigen toll geschnittenen Sequenzen fortgeführt wird.

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Filmkritik:

Alles in Point Blank ist statisch, mit Ausnahme des von Lee Marvin wunderbar stoisch gespielten Protagonisten, der inhaltlich wie inszenatorisch die Dissonanzen in die festen Gefüge des Films bringt. Dabei verkommt Boormans Werk dann glücklicherweise nicht zum Popkulturfilmchen mit kurzer Halbwertszeit, sondern besinnt sich trotz aller Stilmittel auf seine Genrefilmwurzeln, die er konsequent ausspielt – Schießeisen, Frauen, Kneipen prägen Point Blank, und immer wieder Lee Marvin, der unermüdlich durchs Bild stapft und immer wieder dasselbe sagt und damit den eskapistischen Subtext nährt, der das elliptische Korsett bildet.

Dank seines coolen Gestus, seiner konsequenten Reduziertheit und der geschickten Regie hebt sich Point Blank positiv von vielen ähnlich gearteten Werken ab und zählt zu den besten Genrefilmen seiner Zeit. Auch Payback, die zweite Verfilmung der Romanvorlage von Donald E. Westlake, kann sich sehen lassen, wenn sie auch nicht die Qualität von Boormans Werk erreicht.

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DIE ÄRA

Die Sechziger Jahre zählen zu den revolutionärsten Jahrzehnten der Kinogeschichte. Mehrere Strömungen – die neuen Wellen – verschoben künstlerische Grenzen und modernisierten die Filmsprache. Viele Regisseure ließen die Themen der vorherigen Generationen hinter sich und drehten freiere, gesellschaftskritischere Werke.

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DAS GENRE

Ähnlich wie der Actionfilm basiert auch das Thriller-Genre nicht auf inhaltlichen, sondern auf formalen Gesichtspunkten. Eine größtmögliche, im Optimalfall konstant gehaltene Spannung ist das Ziel. Dafür bedienen sich Thriller in der Regel einer konkreten Bedrohungslage. Wird die Gefahr überwiegend über Andeutungen und Suspense transportiert, findet gerne der Terminus Psychothriller Anwendung.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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