Der Horrorfilm bereicherte die Kinogeschichte schon früh: So überraschte der expressionistische Stummfilmklassiker Das Cabinet des Dr. Caligari mit einem der ersten Twists.
Aus den Anfangstagen des Kino stammt auch der Stumm- und Tonfilmhybrid Vampyr. Und wo wir gerade bei Vampiren sind, soll auch der moderne Klassiker From Dusk Till Dawn nicht vergessen werden.
Ebenfalls zum festen Repertoire des Genres zählen die Zombies; gelungene Vertreter des Zombiefilms sind 28 Days Later und Planet Terror, die eine Platzierung auf der Bestenliste knapp verpasst haben. Untote treten auch in anderen Formen auf - Boris Karloff gab 1932 im Universals Horrorfilm Die Mumie einen wunderbaren Antagonisten ab.
Noch weniger fassbar und daher vielleicht umso gruseliger sind Geister, die in Filmen häufig vorkommen. Tim Robbins' Vietnamheimkehrer sieht sie in Jacob’s Ladder ebenso wie ein Junge in The Sixth Sense. In Entity vergewaltigt ein unsichtbarer Geist regelmäßig die Protagonistin und in Die Kunst des toten Mannes entwickeln die Bilder eines toten Malers ein Eigenleben.
Der japanische Kultfilm Hausu beherbergt zig Geister in einem alten Landhaus und wirft damit direkt das nächste Thema auf - viele Schauergeschichten sind an einen konkreten Ort geknüpft. Das zeigen auch die beiden spanischen Horrorfilme Das Versteck (Mädchenpensionat) und Das Waisenhaus. Die eiserne Rose spielt auf einem nächtlichen Friedhof und Guy Maddins Brand Upon the Brain! in einem Leuchtturm.
Manchmal reicht auch ein finsterer Antagonist, der seinen Opfern ganz altmodisch mit Waffengewalt nach dem Leben trachtet. Sehenswerte Beispiele bieten Michael Myers aus John Carpenters Slasherfilm Halloween und Rutger Hauers Bösewicht in Hitcher, der Highway Killer. Jordan Peeles Horrorfilm Wir konfrontiert eine Familie mit ihren Doppelgängern und macht ebenfalls großen Spaß.
Die thematische Breite des Horrorkinos zeigt sich auch darin, dass es sich mit anderen Genres verbinden lässt, besonders mit dem Science-Fiction-Film. Dort kommt die Gefahr aus dem Weltall wie in Die Dämonischen (1956) und Die Körperfresser kommen (1978), durch Erfindungen mit Nebenwirkung wie in David Cronenbergs Die Fliege oder in immer neuen Zeitschleifen bei Triangle.
Zu guter Letzt noch einige Horrorfilme, bei denen der eigene Körper zum Albtraum werden kann: Ginger Snaps verbindet Pubertät mit Werwolfsmythos, Rosemaries Baby eine Schwangerschaft mit Okkultismus. In Orlacs Hände kämpft ein Pianist mit seinen Extremitäten, im existenzialistischen japanischen Horrorfilm The Face of Another werden Gesicht und Innenleben infragegestellt. In Darren Aronofskys Debütfilm Pi verliert ein junger Mann den Verstand und in Lars von Triers Antichrist beutet sich ein traumatisiertes Ehepaar geistig und körperlich aus.
Kommen wir nun zu den 30 besten Horrorfilmen der Kinogeschichte: