Starten wir mit einer Reihe bemerkenswerter Genrefilme, die besonders stilistisch imponieren: Manhunter – Roter Drache von Michael Mann, Paul Schraders eleganter Krimi Ein Mann für gewisse Stunden sowie Brian de Palmas Dressed to Kill haben die Bestenliste hauchdünn verpasst.
Weniger stilvoll, dafür umso brachialer kamen die testosterongeschwängerten Actionfilme der Achtziger Jahre daher, insbesondere Silvester Stallone mit Rambo sowie Rambo II und Arnold Schwarzenegger mit Red Heat machen immer noch das Kind im Manne froh. Lethal Weapon war hingegen schon deutlich ironischer angelegt und nahm damit das kommende Jahrzehnt vorweg. In diesem Zusammenhang ist auch noch Platoon zu nennen; Oliver Stones Antikriegsfilm abstrahiert seine Actionszenen und ist auf dem fiktiven 31. Platz gelandet.
Die brachialsten Actionfilme wurden derweil in Hongkong gedreht, wo sich besonders John Woo mit A Better Tomorrow und The Killer hervortat. Auch der großartige Heroic Bloodshed-Vertreter My Heart is That Eternal Rose muss erwähnt werden; gleiches gilt für den ungemein kreativen Wuxia-Klassiker Todesduell der Shaolin und Tsui Harks Peking Opera Blues. Zu guter Letzt sei noch auf das philippinische Epos Gold, Silber, Tod hingewiesen, das keine Gefangenen macht.
In Hollywood setzte sich derweil der Siegeszug des Blockbusterkinos fort, passenderweise mit einer Reihe von Fortsetzungen. Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter beendeten den ersten Star Wars-Zyklus, Indiana Jones und der letzte Kreuzzug übertraf seine beiden Vorgänger und selbst Martin Scorsese drehte mit Die Farbe des Geldes einen zweiten Teil.
Deutlich kleinere Budgets sind in der Regel im Horrorkino zu finden; das tut David Cronenbergs Achtziger-Klassiker Die Fliege oder dem höchst effektiven Hitcher, der Highway Killer jedoch keinen Abbruch. Auch der italienische Giallo darf nicht übersehen werden - insbesondere Dario Argentos Tenebre ist großartig inszeniert.
Auch der Science-Fiction-Bereich prosperierte dank des Star Wars-Booms. Für 1984, RoboCop, Predator und The Quiet Earth blieb leider kein Platz auf der Bestenliste.
Auch wenn das Jahrzehnt durch amerikanischen Bombast geprägt wurde, dürfen die europäischen Perlen nicht übersehen werden; etwa Aki Kaurismäkis finnisches Kleinod Calamari Union und Peter Greenaways kunstvolle Farce Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber. Die britische Krimikomödie Ein Fisch namens Wanda macht ebenfalls Spaß. Selbst David Lynch drehte sein intensives Drama Der Elefantenmensch auf der Insel.
Der Blick zum Festland streift als erstes Éric Rohmers wunderbaren Der Freund meiner Freundin. Deutlich ernster geht es im polnischen Gefängnisdrama Verhör einer Frau und im ungarischen Melodram Zimmer ohne Ausgang zu, die beide eine Entdeckung wert sind.
Der Kreis schließt sich mit europäischen Perspektiven auf die Vereinigten Staaten: Wim Wenders setzte mit Paris, Texas den Schlusspunkt unter den Neuen Deutschen Film und Karel Reisz bringt im New Hollywod-Krimi Grenzpatrouille eine interessante Kapitalismuskritik unter.
Zu guter Letzt möchte ich noch zwei Filme mit Afrika-Bezug nennen: Der französische Klassiker Der Saustall und der senegalesische Antikriegsfilm Das Camp der Verlorenen bleiben im Gedächtnis.
Kommen wir nun zu den 30 besten Filmen der Jahre 1980 bis 1989: