Die 25 besten Filme von 1970 bis 1979




Während die neuen Wellen in den Sechziger Jahren noch die starren Strukturen der Studiosysteme angriffen, setzte in den Siebziger Jahren eine Vermischung von Studiokultur und Autorenfilm ein. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Vor allem in den Vereinigten Staaten entstanden in der Ära des New Hollywood-Kinos zahlreiche Meisterwerke, gleichzeitig gewann das Independentkino an Popularität.

Doch obwohl 15 der 25 Werke dieser Bestenliste in den USA produziert wurden und ein Regisseur gleich vier Meisterwerke unterbringen konnte, taucht kein amerikanischer Film in der Top-4 auf.

Honorable Mentions:

Drei großartige Gangsterfilme haben den Cut nicht geschafft: Jean-Pierre Melvilles elegischer Vier im roten Kreis, Sam Peckinpahs energetischer Getaway und Fernando di Leos abgebrühter Milano Kaliber 9.

Mit Wenn die Gondeln Trauer tragen und The Texas Chainsaw Massacre mussten auch zwei ikonografische Horrorfilme weichen. Erwischt hat es auch Steven Spielbergs Meilenstein Der weiße Hai sowie zwei Lieblinge von Quentin Tarantino: Die Kill Bill-Inspiration Lady Snowblood sowie den rassigen Thriller Beim Sterben ist jeder der Erste.

Schmerzlich vermisst wird auch Rainer Werner Fassbinder, von dem ich gleich drei tolle Werke streichen musste – Faustrecht der Freiheit, Angst essen Seele auf sowie Angst vor der Angst. Auch Peter Bogdanovichs gefühlvolles New Hollywood-Drama Die letzte Vorstellung sowie der kontroverse Klassiker Das große Fressen blieben trotz hoher Qualität außen vor.

Kommen wir zur Bestenliste:

Platz 25: Mach’s noch einmal, Sam

Regie: Herbert Ross | USA | 1972)

Die Regie führte zwar Herbert Ross, dennoch ist Mach’s noch einmal, Sam ein typischer Woody Allen-Film – und zwar einer seiner besten. Allen schrieb das Drehbuch, spielt die Hauptrolle und thematisiert einmal mehr die Irrungen und Wirrungen zwischen Mann und Frau. Sein Protagonist erhält dabei Unterstützung von einem imaginären Humphrey Bogart, was für einige witzige Momente sorgt.

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Platz 24: Welt am Draht

Regie: Rainer Werner Fassbinder | Deutschland | 1973)

Aus einer Zeit, als das Fernsehen sich noch an Innovationen wagte: Rainer Werner Fassbinders 200-minütiger TV-Film Welt am Draht nahm Werke wie Matrix oder Inception um Jahrzehnte vorweg. Fassbinder bearbeitet zwar seine typischen Sujets und versammelt seine Stammdarsteller, dennoch zählt Welt am Draht zu den ungewöhnlichsten Arbeiten des Filmemachers.

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Platz 23: Driver

Regie: Walter Hill | USA | 1978)

Walter Hills ausschließlich nachts spielender Neo-Noir setzt auf eine derart ökonomische Erzählweisem, dass er seinen Figuren nicht einmal Namen zugesteht. Doch die benötigt der Thriller um einen Fluchtwagenfahrer auch nicht; Driver lebt von coolen Blicken, viel Fatalismus und fetzigen Verfolgungsjagden.

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Platz 22: Der Exorzist

Regie: William Friedkin | USA | 1973)

Auf Platz 22 landet ein okkulter Horrorfilm: William Friedkins Der Exorzist nutzt ein simples Setting, doch dank der hervorragenden Figurenzeichnung baut Friedkins Werk dennoch Tiefe auf. Der reaktionäre Subtext gefällt weniger, doch einige deftige Gänsehautszenen sowie die treffsicheren Dialoge helfen spielend darüber hinweg.

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Platz 21: Der Dialog

Regie: Francis Ford Coppola | USA | 1974)

Francis Ford Coppola schrieb in den Siebzigern Jahren gleich mit mehreren Werken Filmgeschichte und begründete in nur einem Jahrzehnt sein Ruf als Regielegende. Mit Der Dialog läuft er auf Platz 21 ein. Was wie ein Kriminalfilm beginnt, entwickelt sich schnell zum existenziellen Drama, getragen von einem wunderbaren Gene Hackman.

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Platz 20: Der letzte Tango in Paris

Regie: Bernardo Bertolucci | Italien | 1972)

Einer der großen Skandalfilme der Siebziger Jahre: Bernardo Bertoluccis Der letzte Tango in Paris sorgte mit der freizügigen Maria Schneider und dem derben Marlon Brando für reichlich Gesprächsstoff. Auch heute noch überzeugt der kammerspielartige Film durch seine unkonventionelle Figurenzeichnung, das bravouröse Schauspiel und die dichte Stimmung.

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Platz 19: Das Ohr

Regie: Karel Kachyna | Polen | 1970)

Das Ohr lässt sich am besten als „Wer hat Angst vor Virginia Woolf trifft auf 1984“ zusammenfassen. Der Thriller von Karel Kachyna steckt voller Paranoia, galligem Humor und kafkaesken Momenten.

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Platz 18: Pat Garrett jagt Billy the Kid

Regie: Sam Peckinpah | USA | 1973)

Keine Seventies-Bestenliste ohne die pessimistischen Western von Sam Peckinpah! The Wild Bunch mag der bekanntere Film sein, doch Pat Garrett jagt Billy The Kid verdient mindestens ebenso viel Beachtung. Geschickt verkehrt Peckinpah den typischen Heroismus des Western ins Gegenteil: Er pervertiert den Helden und inszeniert den Bösewicht als tragische Figur.

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Platz 17: Alien

Regie: Ridley Scott | USA | 1979)

Ridley Scotts Sci-Fi-Horror Alien lebt vor allem davon, seinen Schrecken nicht zu zeigen. Der für damalige Verhältnisse ungewöhnlich realistisch in Szene gesetzte Raumfrachter Nostromo zählt zu den schönsten Handlungsorten des Genres. Die Vielzahl düsterer Gänge beschert uns eine klaustrophobische Stimmung, Sigourney Weaver stieg als Heldin wider Willen zur Ikone auf.

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Platz 16: Strafpark – Punishment Park

Regie: Peter Watkins | USA | 1971)

Mit Punishment Park drehte Peter Watkins eine subversive Mockumentary, die nichts von ihrer Wirkung verloren hat. Das Meisterwerk funktioniert gleichermaßen auf einer intellektuellen wie auf einer emotionalen Ebene, als wütende politische Parabel und als kritische Medienreflexion.

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Platz 15: Get Carter

Regie: Mike Hodges | Großbritannien | 1971)

Ein rassiger Genrefilm besetzt Rang 15: In Get Carter führt ein herrlich lakonischer Michael Caine einen Rachefeldzug durch die Londoner Unterwelt. Der Kontrast aus Gewalt und typisch britischem Understatement funktioniert prächtig. Get Carter ist ungeheuer stylish und sexy, fatalistisch und brutal.

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Platz 14: Der Mieter

Regie: Roman Polanski | Frankreich | 1976)

Die Romanverfilmung Der Mieter – der dritte Teil von Roman Polanskis Mieter-Trilogie – etabliert eine wunderbar kafkaeske Stimmung, erzeugt viel Suspense und gerät zunehmend grotesker. Nicht nur Polanskis Regie, auch seine Leistung als Hauptdarsteller ist beeindruckend. Das seltsame Finale hallt lange nach.

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Platz 13: McCabe & Mrs. Miller

Regie: Robert Altman | USA | 1971)

Mit McCabe & Mrs. Miller dekonstruierte der Autorenfilmer Robert Altman das Westerngenre. Angetrieben von den melancholischen Songs Leonard Cohens und den entsättigten Bildern, formuliert Altman einen wirkungsvollen Abgesang auf den amerikanischen Traum. McCabe & Mrs. Miller zählt zu den größten Western der Kinogeschichte.

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Platz 12: Manhattan

Regie: Woody Allen | USA | 1979)

Manhattan stellt den Höhepunkt im Schaffen Woody Allens dar und zeigt den Vielfilmer in all seinen Facetten: Sein Werk vereint lockere Situationskomik, scharfzüngige Dialoge und hintersinnige Gedanken zu Frauen, Männern, Kunst, Religion; kurzum: dem Leben. Die fantastischen Schwarz-Weiß-Bilder kleiden das Geschehen in eine zeitlose Aura.

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Platz 11: Einer flog über das Kuckucksnest

Regie: Milos Forman | USA | 1975)

Auf Platz 11 reiht sich eine Romanverfilmung ein: In Einer flog über das Kuckucksnest kämpft ein Einzelgänger gegen das strikte System einer amerikanischen Psychiatrie. Der Film von Milos Forman bietet eine überragende schauspielerische Leistung von Jack Nicholson, eine Vielzahl memorabler Momente und eine ordentliche Portion Tragik.

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Platz 10: Eraserhead

Regie: David Lynch | USA | 1977)

David Lynchs surrealer Debütfilm Eraserhead zieht uns in einen bedrückenden Albtraum. Lynch bedient sich der gesamten Klaviatur des Schreckens, sein Midnight Movie bietet zahllose Symbole und Interpretationen an und fährt eine der verstörendsten Kreaturen der Filmgeschichte auf.

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Platz 9: Der Pate II

Regie: Francis Ford Coppola | USA | 1974)

Sicherlich einer der besten zweiten Teile der Kinogeschichte: Der Pate II taucht noch tiefer in die Familiengeschichte der Corleones ein und fesselt mit einer shakespeareschen, umfangreichen Handlung, die auf zwei verschiedenen Zeitebenen angesiedelt ist. Ausstattung und Ensemble sind wieder famos, Robert De Niro und Al Pacino ziehen uns in ihren Bann.

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Platz 8: Der Pate

Regie: Francis Ford Coppola | USA | 1972)

Die Musik von Nino Rota, die kluge Eröffnungsszene und dazu Brando, Pacino, Duvall, Caan und die vielen anderen tollen Schauspieler – Der Pate zählt nicht umsonst zu den bekanntesten Klassikern der Filmgeschichte. Der Nachfolger mag eine etwas komplexere Geschichte erzählen, doch Teil 1 besitzt eine stärkere Dramatik und ein Plus an Atmosphäre, landet damit knapp vor der Fortsetzung.

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Platz 7: Barry Lyndon

Regie: Stanley Kubrick | Großbritannien | 1975)

Im reichhaltigen Werk von Stanley Kubrick fristet Barry Lyndon vollkommen zu Unrecht ein Schattendasein. Jede Einstellung dieser opulenten Bilderflut könnte gerahmt in einem Museum hängen, die ausschweifende Geschichte vereint schelmischen Humor, moralische Gedanken und eine gute Portion Spannung.

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Platz 6: Taxi Driver

Regie: Martin Scorsese | USA | 1976)

Kaum eine Bestenliste kommt ohne Taxi Driver aus – auch diese nicht. Martin Scorseses meisterhaftes Drama entwirft das bedrückende Bild eines Großstadtdschungels, in dem das Individuum untergeht. Die ikonografischen Monologe, das großartige Schauspiel von Robert De Niro und der fantastische Jazz-Score von Bernard Herrmann sorgen für ein famoses Filmerlebnis.

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Platz 5: Apocalypse Now

Regie: Francis Ford Coppola | USA | 1979)

Die Siebziger Jahre waren DAS Jahrzehnt für Francis Ford Coppola, der mit Apocalypse Now sein viertes Meisterwerk in dieser Bestenliste unterbringt. Insbesondere die längere Redux-Fassung wirft die Konventionen des Genres über Bord und lädt uns in eine fiebrige Parallelwelt ein – Vietnam mutiert zur Oper aus Irrsinn und Tod.

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Platz 4: Uhrwerk Orange

Regie: Stanley Kubrick | Großbritannien | 1971)

Platz 4 geht an Uhrwerk Orange: Dank der meisterhaften Inszenierung von Stanley Kubrick und des retro-futuristischen Designs erweist sich die Romanverfilmung als zeitlos. Beinahe 50 Jahre nach seiner Veröffentlichung entwickelt Uhrwerk Orange noch immer eine verstörende Wirkung, die von der Parabelhaftigkeit des Geschehens noch verstärkt wird.

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Platz 3: Solaris (1972)

Regie: Andrei Tarkowski | Russland | 1972)

Ein Platz auf dem Treppchen geht an Andrei Tarkowskis Solaris. Einmal mehr nimmt der russische Meisterregisseur uns Zuschauer mit auf eine philosophische Reise. Tarkowskis Werk entwickelt eine beklemmende Atmosphäre und einen mysteriösen Plot, dessen Vielschichtigkeit zum wiederholten Schauen einlädt.

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Platz 2: Stalker

Regie: Andrei Tarkowski | Russland | 1979)

Andrei Tarkowkis mystischer Meilenstein Stalker zählt zu den großen Monolithen der Kinogeschichte. Dafür reichen drei Protagonisten und die brandgefährliche „Zone“. Der Sci-Fi-Klassiker besitzt eine undefinierbare Spannung, wunderschöne Bilder, tiefsinnige Dialoge und eine magische Stimmung. Stalker gelingt nicht weniger, als das Wesen der Menschheit zu reflektieren.

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Platz 1: Beruf: Reporter

Regie: Michelangelo Antonioni | Italien | 1975)

Platz 1 geht an … Beruf: Reporter von Michelangelo Antonioni. Sein fantastisches Meisterwerk dekonstruiert das Handlungsgerüst eines Thrillers und schickt seinen Protagonisten auf die Suche nach dem Sinn des Lebens. Das ist thematisch komplex, vielseitig interpretierbar und formal äußerst beeindruckend. Nur wenige Werke vermögen es, Inhalt und Form derart vollständig miteinander zu verquicken. Antonioni schuf ein Werk für die Ewigkeit.

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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