Die 25 besten Filme von 1950 bis 1959




In den Fünfziger Jahren befanden sich die weltweiten Studiosysteme auf ihrem Höhepunkt und lieferten beeindruckende Produktionen ab. In den Vereinigten Staaten, Japan und Frankreich erreichte das nationale Kino jeweils seinen Zenit und ermöglichte es einigen Regisseuren, gleich mehrere Karrierehöhepunkte aneinanderzureihen. Dementsprechend sind Alfred Hitchcock und Billy Wilder gleich drei Mal in dieser Bestenliste vertreten, während es Henri-Georges Clouzot, Samuel Fuller und Robert Bresson immerhin auf zwei Filme bringen.

Honorable Mentions:

Wie immer haben es einige großartige Werke nicht in die Bestenliste geschafft, eine Erwähnung soll ihnen dennoch gebühren:

Beinahe wäre Alfred Hitchcock noch mit einem vierten Film vertreten gewesen, sein mysteriöses Melodram Vertigo blieb jedoch außen vor. Knapp gescheitert ist auch ein amerikanisches Triptychon mit starken moralischen Botschaften: Die 12 Geschworenen, Reporter des Satans und Wege zum Ruhm. Zähneknirschend konnte ich den tollen Film Noir Um Haaresbreite nicht mehr unterbringen und auch Otto Premingers Literaturverfilmung Bonjour Tristesse bleibt ein Platz knapp versagt.

In einer vorherigen Fassung dieser Bestenliste vertrat der japanischen Meisterregisseur Kenji Mizoguchi mit zwei sehr unterschiedlichen Werken das japanische Kino, doch sowohl die Mittelalterfabel Ugetsu, als auch das Prostituiertendrama Die Straße der Schande mussten das Feld räumen. Mit Die Schwindler, dem besten Film des Italienischen Neorealismus, und Asche und Diamant, einem famosen polnischen Werk, hätte ich die Bestenliste zudem gerne weiter diversifiziert.

Nun aber zu den 25 besten Filmen von 1950 bis 1959:

Platz 25: Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen

Robert Bresson | FR | 1956

Neben, beziehungsweise knapp hinter Das Loch zählt Robert Bressons Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen zu den besten Gefängnisdramen der Filmgeschichte und besticht dabei mit der für Bresson so typischen Trennung von Bild- und Tonebene. Zudem macht Bresson über die naturalistische Inszenierung geschickt das Gefühl der Gefangenschaft für das Publikum erfahrbar.

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Platz 24: Vierzig Gewehre

Samuel Fuller | USA | 1957

Samuel Fullers ungewöhnlicher Western Vierzig Gewehre nahm unzählige Bestandteile des später aufblühenden Italowestern um Jahre vorweg und serviert eine unheimlich pessimistische und harte Filmerfahrung. Nicht nur das großartige Finale bleibt in Erinnerung, sondern auch die Art, wie Fuller das Genre mit unzähligen Konnotationen sexuell auflädt und ihm damit einen doppelten Boden verleiht.

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Platz 23: Polizei greift ein

Samuel Fuller | USA | 1953

Und direkt noch einmal Sam Fuller: Sein später Film Noir Polizei greift ein punktet mit toller Besetzung und viel Gefühl für die Zeichnung von Milieu und Figuren. Suspense ab Minute eins und das gekonnte Verwischen von klassischen Gut-Böse-Kategorisierungen kann Fullers Werk ebenfalls auf der Habenseite verbuchen.

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Platz 22: Lohn der Angst

Henri-Georges Clouzot | FR | 1953

Clouzots Schicksalsdrama um eine Gruppe Lastwagenfahrer mit explosiver Ladung ist vor allem in der zweiten Hälfte packend inszeniert und wartet mit einer sehenswerten Bildgestaltung auf. Der simple Plot erzeugt ein Maximum an Abenteuerfeeling und schiebt Lohn der Angst auf Platz 22.

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Platz 21: Ein einsamer Ort

Nicholas Ray | USA | 1950

Die glanzvolle Karriere von Humphrey Bogart umfasst drei Jahrzehnte und beinahe 100 Rollen; seine beste schauspielerische Leistung findet sich in Ein einsamer Ort. Das Film-Noir-Melodram von Nicolas Ray glänzt allerdings auch mit einem famosen Drehbuch, toller Bildgestaltung und einem memorablen Finale.

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Platz 20: Mein Freund Harvey

Henry Koster | USA | 1950

Mein Freund Harvey zählt zu den liebenswertesten Werken der Filmgeschichte. Die Komödie um einen von James Stewart gespielten Eigenbrötler, der mit einem unsichtbaren, zwei Meter großen Hasen befreundet ist, sorgt für unzählige Lacher und besitzt tolle Dialoge. Die gut aufgelegten Darsteller runden den Film wunderbar ab.

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Platz 19: Fahrstuhl zum Schafott

Louis Malle | FR | 1958

Platz 19 geht an einen ungewöhnlichen Thriller: Louis Malle wagt sich bei Fahrstuhl zum Schafott an eine totale Entschleunigung seines Plots und ignoriert damit dramaturgische Konventionen. Mit seinem niedrigen Tempo zeigt Fahrstuhl zum Schafott genüsslich die vielen Verwicklungen des Plots und unterlegt dies mit subtilem und zynischem Humor, was einigen Spaß macht.

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Platz 18: Dein Schicksal in meiner Hand

Alexander Mackendrick | USA | 1957

Gerade weil er auf Detektive in Trenchcoats, Femme fatales und andere typische Zutaten des Film Noir verzichtet, zählt Dein Schicksal in meiner Hand zu den großartigsten Vertretern der schwarzen Serie. Das nihilistische Drama feuert zynische Dialoge statt Schusswaffen ab und wartet mit einer glänzenden Besetzung auf – ein eiskalter Burt Lancaster trifft auf den ungewohnt schmutzigen Tony Curtis, der eine Karrierebestleistung abruft.

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Platz 17: Vierundzwanzig Augen

Keisuke Kinoshita | JP | 1954

In Japan wird Vierundzwanzig Augen zu den besten Werken der nationalen Geschichte gezählt. Der zutiefst humanistische Antikriegsfilm kommt ohne Kampfszenen aus, sondern schildert eindringlich die Wunden, die der Zweite Weltkrieg an der Heimatfront schlägt. Kinoshitas tieftrauriger Film bleibt lange im Gedächtnis.

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Platz 16: Stalag 17

Billy Wilder | USA | 1953

Der Humor von Komödienmeister Billy Wilder tritt in Stalag 17 zugunsten einer spannenden Kriminalgeschichte in den Hintergrund. Im ungewöhnlichen Setting eines deutschen Gefangenenlagers versucht eine Gruppe von Offizieren, einen unter ihnen befindlichen Verräter zu entlarven. Das funktioniert dramaturgisch einwandfrei, das gut aufgelegte Ensemble sorgt für zusätzliches Vergnügen.

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Platz 15: Ein Gesicht in der Menge

Elia Kazan | USA | 1957

Elia Kazans in Deutschland weitestgehend unbekannte Medienkritik Ein Gesicht in der Menge erscheint heute aktueller als je zuvor und schildert eindringlich, wie die Medien die Realität durch eine Scheinwelt ersetzen. Dabei liefert Hauptdarsteller Andy Griffith eine beeindruckende One Man Show. Drehbuch und Bildgestaltung überzeugen ebenfalls.

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Platz 14: Der Fremde im Zug

Alfred Hitchcock | GB | 1951

Die Adaption des Debütromans von Patricia Highsmith besitzt den für Hitchcock typisch hohen Suspensegrad und einen wunderbar soziopathischen Antagonisten. Eindruck schindet auch Hitchcocks expressive Bildgestaltung, die an den deutschen Expressionismus und den Film Noir erinnert.

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Platz 13: Pickpocket

Robert Bresson | FR | 1959

Robert Bressons zweites Werk in dieser Liste: In Pickpocket beobachtet der Franzose einen jungen Mann, der sich gänzlich im Gewerbe des Taschendiebstahls verliert. 75 Minuten kurz, beweist Bresson einmal mehr seine handwerkliche Meisterschaft und transzendiert vordergründig simple Szenen zu philosophischen Überlegungen. Besonders in Erinnerung bleiben auch die packenden Diebstahlszenen.

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Platz 12: Boulevard der Dämmerung – Sunset Boulevard

Billy Wilder | USA | 1950

Einer der typischen Kanonfilme der Kinogeschichte landet auf Platz 12: Boulevard der Dämmerung bietet sämtliche Tugenden des klassischen Hollywoodkinos, gegen das der Film jedoch mit ätzendem Humor argumentiert und die Traumfabrik treffsicher demaskiert. Billy Wilders Klassiker profitiert dabei enorm von den herausragenden Darstellern und kleidet sein Geschehen in eine beeindruckende Bildgestaltung.

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Platz 11: Das siebente Siegel

Ingmar Bergman | SE | 1957

1997 wurde Ingmar Bergman bei den Filmfestspielen von Cannes als bester Regisseur aller Zeiten ausgezeichnet – die Mittelalterfabel Das siebente Siegel ist dessen bestes Werk und eignet sich auch gut als Einstieg in das Schaffen des Schweden. Hier philosophiert er über die großen Fragen unseres Daseins, weiß nebenbei auch noch zu unterhalten und bietet überdies auch noch schöne Bilder. Aufgrund seiner zeitlosen Themen und der treffenden Symbolik hat Das siebente Siegel bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren.

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Platz 10: Im Zeichen des Bösen

Orson Welles | USA | 1958

Orson Welles‘ Klassiker Im Zeichen des Bösen wird gemeinhin als Endpunkt des klassischen Film Noir angesehen und verbindet beinahe schon opernhaft überhöhte Figuren mit toller Aufmachung – die legendäre Plansequenz zu Beginn des Films sowie sein Finale zeugen von großer Handwerkskunst, die Kameraarbeit zählt zur besten der gesamten Strömung und der pessimistische Tonfall bleibt im Hinterkopf.

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Platz 9: Das letzte Ufer

Stanley Kramer | USA | 1959

Mit Das letzte Ufer hat Stanley Kramer ein ungewöhnliches Melodram gedreht – sein Werk schildert die letzten Tage der Menschheit, die nach einem Atomkrieg nur noch in Australien existieren kann. Ein tolles Staraufgebot sowie die dystopisch-melancholische Tonalität zählen zu den Stärken des Films, der mit seinem eindringlichen und tragischen Ende lange im Kopf bleibt. Ein toller Klassiker!

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Platz 8: Die Teuflischen

Henri-Georges Clouzot | FR | 1955

Ursprünglich wollte Alfred Hitchcock Die Teuflischen filmen, doch Henri-Georges Clouzot war schneller. Sein großartiger Mysterykrimi mit Film Noir-Anleihen startet bedächtig, zieht die Spannung jedoch stark an und erzeugt viel Suspense. Zudem bereitet der hochgradig perfide Plot einigen Spaß.

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Platz 7: Zeugin der Anklage

Billy Wilder | USA | 1957

Zeugin der Anklage bietet fantastische Unterhaltung: Komödienlegende Billy Wilder verquickt spannende Krimikost mit hochgradig amüsanten Komödiendialogen, was überragend funktioniert. Die hohe Gagdichte sorgt für regelmäßige Lachsalven, während der Plot diverse Überraschungen und ein unvergessliches Finale parat hält.

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Platz 6: Alles über Eva

Joseph L. Mankiewicz | USA | 1950

Alles über Eva erhielt 1950 nicht nur 14 Oscarnominierungen, sondern platziert sich auch in dieser Bestenliste hoch: Rang 6 erhält der Film für bestes Hollywoodkino. Alles an diesem Werk ist souverän und hochklassig gestaltet – das Ensemble um die ikonografische Bette Davis beeindruckt genauso wie die hervorragenden Dialoge, die bissige Ironie hinterfragt gekonnt das Showbusiness mit seinen Stars und das Unterhaltungsniveau verläuft konstant im oberen Bereich.

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Platz 5: Der unsichtbare Dritte

Alfred Hitchcock | USA | 1959

Der unterhaltsamste Film von Alfred Hitchcock belegt Platz 5 und begeistert mit einer einfallsreichen Handlung, die memorable Momente, einigen Humor und viel Spannung vereint. Darüber hinaus liefert Cary Grant in der Hauptrolle eine fantastische Darbietung und Hitchcocks Handwerkskunst weiß zu begeistern.

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Platz 4: Bei Anruf: Mord

Alfred Hitchcock | USA | 1954

Auch Platz 4 geht an Hitchcock: Bei Anruf: Mord zählt zu den besten Filmen des Briten und serviert seinen perfiden Plot als fesselndes Kammerspiel. Neben der großen Spannung bleibt vor allem der hinreißend schurkische Ray Milland in Erinnerung – sein so galantes wie diabolisches Auftreten trägt den gesamten Film.

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Platz 3: Floating Clouds

Mikio Naruse | JP | 1955

Als eines der besten Melodramen der Kinogeschichte vollbringt Mikio Naruses Floating Clouds das Kunststück, die Hassliebe seiner beiden Protagonisten über einen jahrelangen Zeitraum zu schildern und dabei ein Gefühl für diese unsichtbare und doch allgegenwärtige Verbindung der beiden zu vermitteln. Dass Naruse stets Verständnis für die Makel seiner Figuren aufbringt, zeugt von der Allgemeingültigkeit dieses Meisterwerks.

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Platz 2: Rattennest

Robert Aldrich | USA | 1955

Ein lupenreines B-Movie sichert sich den zweiten Platz in dieser Bestenliste. Robert Aldrichs Rattennest nahm den typischen Film Noir, kaute ihn durch und spuckte etwas völlig Neues aus – den Neo-Noir. Aldrich überspitzt und überzeichnet, wo es nur geht; Rattennest mutiert zu einem comichaften Über-Noir, der genüsslich mit den Schablonen der Strömung spielt und sie letztlich schlichtweg in die Luft jagt – postmoderner und ikonografischer kann Kino nicht sein.

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Platz 1: Feuer im Grasland

Kon Ichikawa | JP | 1959

Der Titel „Bester Film der Fünfziger Jahre“ geht an… Kon Ichikawas beeindruckenden Antikriegsfilm Feuer im Grasland! Die grausige Odyssee eines japanischen Soldaten über ein pazifisches Eiland findet kraftvolle Bilder und kann das Grauen des Krieges nahegehend veranschaulichen. Einige schockierende Szenen, tolle schauspielerische Leistungen und sehenswerte Schauplätze katapultieren Feuer im Grasland in den Olymp seines Genres und seiner Zeit.

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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