Um die Bestenliste konsistent zu halten, habe ich einige französische Produktionen gestrichen, die außerhalb Frankreichs und in englischer Sprache gedreht wurden: Léon – Der Profi und Enter the Void hätten sich sonst weit vorne platziert.
Auch diverse Koproduktionen wie Personal Shopper, Der Schakal, Possession, Eine reine Formalität, Das große Fressen und Carlos - Der Schakal wurden nicht berücksichtigt.
Dennoch blieb ein reichhaltiger Fundus übrig, der die wunderbare Breite der französische Filmgeschichte abbildet. Vier Vertreter des Poetischen Realismus sind aus der Vorauswahl gefallen: Jean Renoirs Meilensteine Toni und Die große Illusion sowie Pépé le Moko und Der Tag bricht an.
Auch bei der Nouvelle Vague musste der Rotstift angesetzt werden. Das betraft zwei sehenswerte Klassiker von Agnès Varda (Mittwoch zwischen 5 und 7, Glück aus dem Blickwinkel des Mannes), Alain Resnais' Hiroshima mon amour und Jean-Luc Godards Weekend.
Für zwei Spätwerke ehemaliger Nouvelle Vague-Granden blieb ebenfalls kein Platz: Robert Bressons absurdes Mittelalter-Melodram Lancelot, Ritter der Königin und Jacques Rivettes Epos Die schöne Querulantin lohnen eine Entdeckung.
Was wäre das französische Kino ohne die Arbeit des Exilanten Luis Buñuel? Belle de Jour und Dieses obskure Objekt der Begierde sind auf dem fiktiven 31. Platz gelandet. Einige Jahrzehnte später fand ein weiterer Auswanderer sein Glück in Frankreich: Roman Polanski drehte den kafkaesken Horrorfilm Der Mieter in Paris.
Für zwei Favoriten aus den Fünfziger Jahren musste ich ebenfalls streichen: Max Ophüls' elegantes Melodram Madame de … und Henri-Georges Clouzots Klassiker des Spannungskinos Lohn der Angst.
Zudem kann das französische Kino auf eine lange Tradition beim Kriminalfilm zurückblicken. Damit die nicht ein Drittel der Bestenliste aus den Werken Jean-Pierre Melvilles besteht, habe ich Vier im roten Kreis und Der Chef gestrichen. Eher unorthodox aber absolut sehenswert sind Louis Malles Fahrstuhl zum Schafott, die ätzende Kleinstadtkritik Der siebte Geschworene und die in Afrika spielende Jim Thompson-Verfilmung Der Saustall.
Auch das moderne französische Kino bietet viele tolle Vertreter, von denen einige auf der Strecken blieben. Dabei müssen insbesondere Menschenfeind und Love des Enfant terrible Gaspar Noé genannt werden, als Feelgood-Ausgleich bieten sich die skurrile Endzeitkomödie Delicatessen und Die fabelhafte Welt der Amélie an.
Kommen wir nun zu den großartigen Werken, die den Cut geschafft haben – hier ist meine Auswahl der 30 besten französischen Filme: