Die Spur des Falken

Filmkritik: Es müssen nicht immer die ersten Werke einer Strömung sein, die diese definieren: Als der Thriller Stranger On The Third Floor 1940 die Ära des Film Noir einläutete, verlief die Rezeption des aus damaliger Sicht "künstlichen" Stils der schwarzen Serie noch zwiespältig. Ein Jahr später erschien dann John Hustons Debütfilm Die Spur des Falken und avancierte zum Klassiker, [...]

Die Rechnung ging nicht auf

Filmkritik: Die Rechnung ging nicht auf zählt zum Frühwerk von Stanley Kubrick, der im Anschluss mit Wege zum Ruhm seinen endgültigen Durchbruch schaffte. Sein auf einem hard boiled Gangsterroman basierender Film Noir war kein riesiger Erfolg beschienen, zählt jedoch inzwischen fest zum klassischen Gangsterfilmkanon und zusammen mit Asphalt-Dschungel zu den wesentlichen Inspirationsquellen nachfolgender Filmemacher. Eine aus dem Roman [...]

Der Mann mit der Narbe

Filmkritik: Der Mann mit der Narbe beginnt als rassiger Gangsterfilm, mit einem Raubüberfall. Dieser gelingt zwar, erweist sich dennoch als fatal für alle Beteiligten, denn das Geld gehörte der Mafia, die die Jagd auf die Diebe eröffnet. Schnell bleibt nur noch der Drahtzieher der Aktion übrig. Dieser von Paul Henreid nicht ohne Reiz gespielte Gangster ist die Hauptfigur [...]

On Dangerous Ground

Filmkritik: On Dangerous Ground weckt überaus zwiespältige Gefühle, zählt zu den Werken mit dem tragischen Schicksal verschwendeten Potenzials. Was der Film Noir von Nicolas Ray in der ersten Hälfte auffährt, kann mit den Referenzwerken der Strömung mühelos mithalten. Als typischer Noir aus der späten Phase (Erscheinungsjahr: 1952) macht On Dangerous Ground keine Gefangenen und etabliert einen Protagonisten, der in [...]

Ring frei für Stoker Thompson

Filmkritik: In dem ungewöhnlichen Film Noir Ring frei für Stoker Thompson dreht sich alles um ein Element: die Zeit. Nicht nur, weil die Lauflänge lediglich knackige 72 Minuten beträgt, sondern vor allem, weil der Klassiker von Robert Wise nahezu in Echtzeit abläuft, wie die stetig eingeblendeten Uhren dokumentieren. Am deutlichsten äußert sich dies im finalen Boxkampf des Films, der [...]

Rattennest

Filmkritik: Das Ende der Ära des klassischen Film Noir wird in der Regel auf das Jahr 1958 datiert, dem Jahr, in dem Orson Welles’ Im Zeichen des Bösen quasi den Schlussstrich unter eine Filmströmung zog, die fast zwanzig Jahre lang die Ikonografie der amerikanischen Filmindustrie bestimmt hatte. Retrospektiv muss man jedoch feststellen, dass Welles mit seinem eher klassischen [...]

Späte Sühne

Filmkritik: Späte Sühne zählt weder zu den wirklich bekannten Film Noirs, noch zu den regelmäßig erwähnten Arbeiten von Humphrey Bogart; überzeugen kann das Werk von Regie-Routinier John Cromwell dennoch und greift auf alle klassischen Noir-Zutaten zurück, arbeitet mit Rückblenden, expressiver Low-Key-Beleuchtung und serviert einen archetypischen Plot um einen Kriegsheimkehrer, der als auf eigene Faust den Mord an einem Freund [...]

Der Tiger von New York

Filmkritik: Der Tiger von New York gehört zum mit wenigen Mitteln realisierten Frühwerk von Stanley Kubrick und wirkt dementsprechend längst nicht so ausgereift wie dessen spätere Filme – insbesondere Kubricks Kameraführung überzeugt nicht wirklich und beweist, dass selbst Meisterregisseure mal Schüler waren. Schauwerte bleiben auch wegen des kargen Budgets Mangelware, doch die beschränkten Möglichkeiten kommen dem Film bei der Milieuzeichnung [...]

Um Haaresbreite

Filmkritik: Um Haaresbreite zählt zur Vielzahl von B-Movie-Noirs, die Anfang der Fünfziger Jahre produziert wurden und besinnt sich auf die besten Tugenden solcher Werke, lebt von größtmöglicher Ergonomie und überzeugt gerade deshalb. Nur 71 Minuten beträgt die Spielzeit und fast ausschließlich in engen Zugabteilen spielt Richard Fleischers Film, formal hält der Regisseur das Geschehen sehr sachlich und nüchtern, [...]

Niagara

Filmkritik: Ein Film Noir in Technicolor - funktioniert denn das? Ja! Henry Hathaways später Film Noir Niagara wirkt zwar zunächst seltsam anachronistisch; glücklicherweise wirkt der Film nie zu bunt, auf knallige Bildkompositionen wurde komplett verzichtet, Grau und gedeckte Farben dominieren. Ironischerweise lässt die noch nicht völlig ausgereifte Technik Hathaways Werk etwas altbacken wirken, weil das Bildmaterial bisweilen etwas verwaschen [...]